Die Kebabs von "Ayverdi`s" seien die besten der Schweiz. Das freut vor allem die Besitzer und Konsumenten. Am Grosserfolg erfreuen sich aber nicht alle, wie "20min" berichtet. So ärgern sich die Nachbarn über das Verkehrschaos in der Siedlung. Eine Anwohnerin sagt gegenüber "20min": "Es kommen Gäste aus der ganzen Schweiz, um im Ayverdi`s zu essen - und alle mit dem Auto". Dies führt beispielsweise dazu, das Besucherparkplätze für den schnellen Einkauf bei Ayverdi`s genutzt oder Autos quer über die Privatstrasse parkiert werden. Nicht selten komme es auch zu Auseinandersetzungen, in welchen um Parkplätze gestritten werden würde, schildert die Anwohnerin im Gespräch.

Weiter berichtet die Anwohnerin, welche anonym bleiben möchte, dass sie mit ihrem Anliegen weder bei der Geschäftsleitung noch bei den Kunden Gehör finden würde. Meistens würde sie eine aggressive Rückmeldung bekommen, wenn sie Leute darum bittet an einem anderen Ort zu parkieren oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen. 

Schliesslich sei das Hunziker-Areal eine autoarme Siedlung. So sagt sie gegenüber "20min": "Anwohner müssen beweisen, dass sie ein Auto für die Arbeit brauchen, damit es genehmigt wird. Und gleichzeitig kommen täglich Hunderte Ayverdis-Gäste mit dem Auto".

Nach einer Lösung wird gesucht

Peter Schmid, Präsident der verantwortlichen Genossenschaft "Mehr als wohnen", zeigt Verständnis gegenüber den Reaktionen der Anwohner und gesteht, dass die Genossenschaft mit dem Grosserfolg und der Autoflut überrascht worden sei. Allerdings versuche man eine Lösung zu finden. So wurde bereits Bussensysteme eingeführt und einen Security für die Stosszeiten engagiert. Eine neue Regelung bei der Einfahrt zum Quartier soll dem Verkehrschaos ebenfalls entgegenwirken. 

Auch die Betreiberfamilie, bestehend aus den Brüdern Ali, Hüseyin und Murti Ayverdi suchen nach einer passenden Lösung. So sagt Ali Ayverdi: "Die beiden runden Tische wurden aufgrund unserer Initiative mit den Anwohnern einberufen, um schnellstmöglichst eine Lösung zu finden. Ebenso haben wir auf die leerstehenden Garagenparkplätze aufmerksam gemacht und angeboten, für weitere Lösungsmöglichkeiten Geld zu investieren".

Trotz der bisherigen Bemühungen eine Lösung zu finden und somit den Frust der Anwohner zu besänftigen, würde die Genossenschaft den Mietvertrag nicht mehr unterzeichnen - hätte sie im voraus vom Erfolg gewusst, meint Peter Schmid gegenüber "20min".

Die "Ayverdi`s" reagieren gegenüber dieser Aussage irritiert. Denn man habe bereits im Bussinesplan die Genossenschaft darauf aufmerksam gemacht, dass man mit einer grossen Kundschaft rechne. Ali Ayverdi meint dazu: "Das Lokal hat ja auch Platz für 100 Leute – da reichen fünf Parkplätze natürlich nicht".

Zum Schluss betont Hüseyin Ayverdi, dass der Austausch mit der Mehrheit der Bewohner eigentlich gut sei und das die negativen Reaktionen nur eine Minderheit repräsentieren würden. Ausserdem sei es nicht ihr Job, den Leuten vorzuschreiben, wie sie reisen. Vielmehr sei es ihr Job "in erster Linie, qualitativ hochwertiges Essen zuzubereiten", sagt Murti Ayverdi im Gespräch. (lgi)