Verstopfte Strassen vor dem Schulhaus sorgen in Opfikon regelmässig für Verkehrschaos. Doch der Grund liegt nicht an einem überlasteten Knotenpunkt, sondern an der Zahl besorgter Eltern, welche ihre Sprösslinge nach Schulschluss mit dem Auto abholen.

Rund ein Dutzend Halteverbotstafeln hat die Gemeinde mittlerweile vor der Schule angebracht, um den tagtäglichen Privattransport zu verhindern. Auch die Polizei markiert regelmässig ihre Präsenz. Dennoch scheinen viele Eltern beinahe resistent gegen die Aufklärungsbemühungen der Schule zu sein.

"Wir müssen wohl einfach Geduld haben", sagt Norbert Zeller, Schulpräsident von Opfikon, zu "TeleZüri". In einer wachsenden Gemeinde wie Opfikon-Glattbrugg sei es jedoch auch üblich, dass immer mehr Neuzuzügler dazu kommen. Diese müssen erst auf das Verbot aufmerksam gemacht werden. In den kommenden Tagen werden ausserdem spezielle Abende veranstaltet, um die Eltern zu sensibilisieren. 

Schulweg sensibilisiert für Strassenverkehr

Doch das Problem von langen Kolonnen vor dem Schulgebäude besteht nicht nur in Opfikon: Auch in anderen Gemeinden holen viele Eltern ihre Sprösslinge regelmässig von der Schule ab. Marion Völger, Leiterin des kantonalen Volksschulamtes, sieht die Informationspolitik der Opfiker Schule aber als einzig richtige Massnahme an. "Verantwortlich für die Aufklärung sind die Gemeinden, welche die Schule führen."

Auch die Polizei befasst sich mit dem Thema Schulweg. Im ganzen Kanton hat sie gemeinsam mit den Schülern Autofahrer darauf aufmerksam gemacht, dass diese am Fussgängerstreifen anhalten müssen. Mit Kreide schrieben sie auf Pneus die Worte "Rad steht, Kind geht". Damit soll der Schulweg eine sichere Variante zum Rücksitz der Eltern werden.

"Einerseits ist der Schulweg Teil eines Sozialisierungsprozesses, der gefördert werden muss", erklärt Thomas Schib seine Einwände gegen das tägliche Abholen der Eltern. Er ist Chef der Kinder- und Jugendinstruktion bei der Zürcher Kantonspolizei. Andererseits würden sie so auch für den Strassenverkehr sensibilisiert, so Schib. 

Er rät dazu, mit den Kindern zwar den Schulweg zu üben, danach sollen diese aber die Strecke alleine oder mit Schulfreunden bestreiten.