Verkehr
Die Bauarbeiten für den Velotunnel unter dem Hauptbahnhof Zürich beginnen

Ursprünglich war sie als Autobahntunnel gedacht. Jetzt wird die Röhre unter dem Hauptbahnhof zum Velotunnel. Es kommt zu Verkehrsbehinderungen.

Matthias Scharrer
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SP-Stadträtin Simone Brander, links, spricht neben Simone Rangosch, Direktorin des Tiefbauamts, anlässlich der Medienkonferenz zum Baustart für den Velotunnel.

SP-Stadträtin Simone Brander, links, spricht neben Simone Rangosch, Direktorin des Tiefbauamts, anlässlich der Medienkonferenz zum Baustart für den Velotunnel.

Keystone

«Der Hauptbahnhof Zürich ist das Herz der Bahnschweiz. Hier dürfen wir uns keinen Fehler erlauben», sagte Simone Rangosch, Direktorin des Stadtzürcher Tiefbauamts, als sie am Donnerstag an einer Medienkonferenz über den Baustart für den Velotunnel informierte.

Mit dem Velotunnel unter dem Hauptbahnhof kommt ein Projekt mit langer Vorgeschichte in Fahrt. Es reicht zurück zu den Anfängen des Autobahnbaus in der Schweiz und steht für ein verkehrspolitisches Umdenken, wie Stadträtin Simone Brander (SP) betonte: Es gelte, wegzukommen von der Stadt, die fürs Auto gebaut ist. Und hin zu einer Stadt, in der die Menschen gerne mit dem Velo und zu Fuss unterwegs sind, so die langjährige Veloaktivistin, die seit diesem Frühling dem Stadtzürcher Tiefbau- und Entsorgungsdepartement vorsteht.

1962 hatte der Bundesrat das Projekt für ein Expressstrassen-Y durch Zürich genehmigt. So sollten Autobahnen von Norden, Westen und Süden mitten durch die Stadt verbunden werden. Das Projekt wurde nur teilweise umgesetzt mit der Sihlhochstrasse, der Hardbrücke und dem Milchbuck- und Lettentunnel.

In zwei Jahren soll der Velotunnel fertig sein

Als Vorleistung entstand ab den 1980er-Jahren auch der Tunnel unter dem Hauptbahnhof. Hier sollten die Expressstrassen y-förmig zusammenkommen. «Doch das Projekt war so aufwendig und kompliziert, dass es nie fertig realisiert wurde», sagte Brander. Und: Mit der Nord- und Westumfahrung ist inzwischen die Verbindung der Autobahnen rund um Zürich vollzogen.

So kam die 2011 mit einer Petition lancierte Idee, aus dem Autobahntunnel einen Velotunnel zu machen, zum Durchbruch. Vergangenen Juni hiessen 74 Prozent des Stadtzürcher Stimmvolks das Projekt gut. Es ist auf 36 Millionen Franken veranschlagt. Der Tunnel unterquert den Bahnhof zwischen Kasernenstrasse und Sihlquai. Er erhält eine unterirdische Velostation, deren Benutzung gratis sein wird. Während der zweijährigen Bauzeit wird der Verkehr bei den Baustellen an der Kasernenstrasse und am Sihlquai stark eingeschränkt sein.