Zürcher Obergericht
Vergewaltigung in Fahrweid: Zürcher Obergericht bestätigt Dietiker Urteil

Auch laut Obergericht hat ein junger Mazedonier in Fahrweid seine Ex-Freundin entführt und vergewaltigt. Dafür gab es drei Jahre Freiheitsstrafe. 15 Monate davon unbedingt.

Attila Szenogrady
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Das Zürcher Obergericht bestätigt das Dietiker Urteil

Das Zürcher Obergericht bestätigt das Dietiker Urteil

Keystone

Die laut Obergericht erwiesene Tat geschah am 18. März 2010. Damals suchte ein heute 24-jähriger Mazedonier seine um vier Jahre jüngere Ex-Freundin zunächst in Zürich auf und verwickelte sie in ein Gespräch. Dabei überredete er die Landsfrau, mit dem Zug nach Dietikon zu fahren und dort weiter zu sprechen.

Die Geschädigte war einverstanden und folgte ihrem früheren Freund. Allerdings erschrak sie, als sie bemerkte, dass er in der Gemeinde Fahrweid über eine leere Wohnung eines Kollegen verfügen durfte.

Entführt und vergewaltigt

Die junge Frau weigerte sich, die Zimmer mit ihrem eifersüchtigen Ex-Partner zu betreten. Allerdings war sie bereit, den Angeschuldigten in eine nahe Bäckerei zu begleiten. Nachdem sie das Lokal verlassen hatten, schlug der Maler plötzlich zu. Er packte die Geschädigte an ihren Haaren und zerrte sie mit Gewalt zur Wohnung des Kollegen. Dort sperrte er sie ein und zwang sie gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr. Kurz darauf gelang es dem Opfer seinen Peiniger auf dem Balkon auszuschliessen und zu flüchten. Wenig später nahm die Polizei den mutmasslichen Täter fest.

Vergeblich Unschuld beteuert

Schon am Bezirksgericht Dietikon hatte der Beschuldigte im letzten Dezember vergeblich seine Unschuld beteuert. Er sprach von einem einvernehmlichen Sex und einer Venusfalle der Geschädigten. Diese habe den schon früheren Verlust der Jungfräulichkeit vor ihrer konservativen Verwandtschaft mit einer angeblichen Vergewaltigung rechtfertigen wollen, plädierte der Verteidiger.

Allerdings ohne Erfolg. Das Dieitker Gericht setzte wegen Entführung und Vergewaltigung eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren fest. 15 Monate davon unbedingt. Das Gericht ging mutmasslich von einer geplanten Racheaktion des Täters aus.

Erfolglose Berufung

Obwohl der beschuldigte Mazedonier inzwischen entlassen worden war, legte die Verteidigung Berufung ein und erschien am Donnerstag ohne ihren unentschuldigt abwesenden Mandanten vor dem Zürcher Obergericht. Erneut verlangte der Rechtsanwalt nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten" einen vollen Freispruch. Jedoch wiederum ohne Erfolg.

So stuften auch die Oberrichter die Darstellungen des Mannes als widersprüchlich und deswegen nicht glaubhaft ein. Hingegen erachteten sie die Schilderungen der Privatklägerin als logisch. Zudem hatte ein ärztlicher Bericht das Verletzungsbild der Frau bestätigt. Sie sein keine berechnende, kühle oder kalte Person, hielt der Gerichtsvorsitzende Peter Marti zudem fest. Mit den Schuldsprüchen bestätigten die Oberrichter auch das Dietiker Strafmass. Den unbedingten Teil von 15 Monaten hat der unterlegene Mazedonier bereits verbüsst. Er soll die Berufungskosten von 3000 Franken tragen. Zudem soll er seiner Ex-Freundin ein Schmerzensgeld von 10 000 Franken bezahlen.