Werdhölzli

Vergärwerk Werdhölzli verwertet auch Bioabfälle

Die Verwertung des Bioabfalls erfolgt auf dem Vergärwerk Werdhölzli.

Die Verwertung des Bioabfalls erfolgt auf dem Vergärwerk Werdhölzli.

Seit diesem Jahr sammelt Entsorgung und Recycling Stadt Zürich (ERZ) auch Bioabfall ein. Die Verwertung erfolgt im neuen Vergärwerk Werdhölzli. Dieses hat Anfang Juni den Betrieb aufgenommen.

Bis alle Pumpen unter Hochdruck arbeiten, dürfte es noch einige Wochen dauern.

Seit Anfang Januar können in Zürich nicht mehr nur pflanzliche Gartenabfälle, sondern auch, Speisereste und Küchenabfälle via ERZ entsorgt werden - für viele Mieterinnen und Mieter ohne Gartenkompost eine willkommene Gelegenheit, unwillkommene Gerüche aus der Küche zu verbannen und gleichzeitig die beim Kauf der Züri-Säcke entstehenden Kosten zu senken.

Die Bioabfälle landen in einem grünen Abfallcontainer. Das ERZ schreibt diesbezüglich drei Grössen vor. Am günstigsten ist das 140-Liter-Abo. Es kostet 180 Franken pro Jahr.

Im Vergärwerk Werdhölzli werden die gesammelten Abfälle aufbereitet und zusammen mit dem bei der Reinigung von Abwasser entstehenden Klärgas als Biogas ins Gasnetz der Erdgas Zürich AG eingespeist. Betreiberin des Vergärwerks ist die Biogas Zürich AG, ein Tochterunternehmen von ERZ und Erdgas Zürich AG.

Noch am «Feintuning»

«Wir stecken mitten in der Inbetriebnahme», sagt Geschäftsführer Helmut Vetter gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die Leistung der Anlage betrage derzeit zirka 50 Prozent und werde sukzessive gesteigert. «Wir sind noch am Feintuning.» Ziel sei es, bis Mitte August die volle Auslastung zu erreichen.

Seit Anfang Juni wird der gesamte Bioabfall aus der Stadt Zürich ins Werdhölzli geliefert, davor war er auf andere Vergärwerke in der Region verteilt. Seit Einführung des neuen Abos seien in der Stadt rund 3800 Tonnen Bioabfall angefallen.

«Jährlich rechnen wir mit etwa 12'000 Tonnen städtischem Bioabfall», sagt Vetter. Durch Vergärung entstehen daraus etwa 1,1 Millionen Kubikmeter Gas, was einem Heizwert von 6,3 Millionen Kilowattstunden entspricht. Damit können 500 bis 600 Wohnungen ein Jahr lang geheizt werden.

Immer noch zu viele Fremdstoffe

Probleme bereiten Vetter die Fremdstoffe, die absichtlich oder unabsichtlich im Bioabfall landen. Am schlimmsten seien die weissen Plastiksäckchen, die in Läden gratis angeboten werden. «Aber auch Züri-Säcke fischen wir regelmässig aus dem angelieferten Bioabfall.»

Im neuen Vergärwerk können jährlich insgesamt etwa 25'000 Tonnen Bioabfall aufbereitet werden, wie Vetter erklärt. Zusammen mit dem Klärgas lassen sich daraus rund 54 Millionen Kilowattstunden Biogas produzieren was einem Heizenergiebedarf von über 5000 Wohnungen entspricht.

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