Coronavirus

Verdachtszahlen steigen, doch man sollte nicht gleich zum Arzt: Unispital bietet Tests zu Hause an

Bei Verdacht auf Corona-Virus werden zunächst telefonische Abklärungen beim Hausarzt oder dem Ärztefon empfohlen.

Bei Verdacht auf Corona-Virus werden zunächst telefonische Abklärungen beim Hausarzt oder dem Ärztefon empfohlen.

Die Corona-Virus-Verdachtszahlen steigen, doch man sollte deshalb nicht gleich zum Arzt gehen.

Das nahende Corona-Virus hält auch das Zürcher Gesundheitswesen auf Trab. Bis Mittwoch Abend gab es laut Gesundheitsdirektion kantonsweit über 100 Verdachtsfälle, Tendenz steigend. Dabei fielen sämtliche Labortests negativ aus. Um eine Ausbreitung des Virus möglichst zu verhindern, sollten Sie Folgendes über den Umgang mit der Corona-Bedrohung wissen:

An wen muss ich mich wenden, wenn ich vermute, ich könnte das Corona-Virus haben?

Die kantonale Gesundheitsdirektion betont: Gehen Sie nicht direkt zum Arzt oder ins Spital! Rufen Sie stattdessen Ihren Hausarzt an – oder, falls dieser gerade frei hat, das Ärztefon (0800336655). Am Telefon erfolgen erste Abklärungen. Bleibt dabei der Verdacht auf eine Corona-Virus-Infektion bestehen, wird über die Einsatzzentrale 144 und die Rettungsdienste der Transport in eines der nunmehr neun vom Kanton definierten Abklärungsspitäler organisiert.

Ist das Ärztefon zurzeit nicht überlastet?

«Die Leitungen laufen heiss», sagte Ärztefon-Betriebsleiter Robert Frey am Mittwoch auf Anfrage. Doch das kantonale Ärztefon, das primär für Notfall-Beurteilungen ausserhalb der normalen Öffnungszeiten da ist, sei nicht überlastet. Zeitweise habe es Wartezeiten von rund eineinhalb Minuten gegeben. Bei den meisten Anrufern zeigt sich laut Frey, dass nach genaueren telefonischen Abklärungen zum Corona-Virus keine weiteren Tests nötig sind.

Was, wenn sich mein Verdacht auf eine Corona-­Virus-Infektion erhärtet?

In den vom Kanton Zürich definierten neun Abklärungsspitälern werden unter strikten Vorsichtsmassnahmen, die weitere Ansteckungen verhindern sollen, genauere Untersuchungen vorgenommen. Bei den neun Abklärungsspitälern handelt es sich um folgende: Spital Limmattal, Universitätsspital Zürich, Stadtspital Triemli, Kinderspital Zürich, Kantonsspital Winterthur, Klinik Hirslanden, Spital Bülach, Spital Uster, Spital Wetzikon.

Kann ich mich auch zu Hause untersuchen lassen?

Ja, das geht seit kurzem: Für ­Verdachtsfälle, denen es nicht so schlecht geht, dass eine Ein­weisung ins Spital vor dem Vor­liegen einer Laborbestätigung der Corona-Virus-Infektion nötig wäre, gibt es neu die Möglichkeit eines sogenannten Home-­Testing durch das Universitätsspital Zürich (USZ). Auch dabei führen Hausärztin, Hausarzt oder ­Ärztefon telefonische Vorabklärungen durch. Beim Home-­Testing wird derselbe Test­abstrich gemacht wie im Spital. Eine Fachperson des USZ nimmt diesen aber zu Hause beim ­Patienten ab und bringt den ­Abstrich dann direkt ins Labor, wie das USZ am Mittwoch auf ­Anfrage mitteilte. Zudem sage die Fachperson dem Patienten, wie er sich ­verhalten müsse. So könne die getestete Person zu Hause auf das Ergebnis ­warten und müsse nicht im ­Spital isoliert werden. «Das ­entlastet die Spitäler und ist auch für den Patienten ange­nehmer», wie eine USZ-Sprecherin sagt.

Reichen die Kapazitäten der neun Zürcher Abklärungs­spitäler?

Zurzeit schon, heisst es bei der Gesundheitsdirektion. Und ­weiter: «Wenn sie nicht mehr reichen sollten, werden sie ­aus­gebaut.»

Soll ich mich sowieso untersuchen lassen, wenn ich in China, Norditalien oder ­anderen vom Corona-Virus betroffenen Gebieten war?

Wenn keine Symptome wie ­Husten und Atemnot vorliegen, rät die Zürcher Gesundheits­direktion davon ab.

Was für Auswirkungen hat das Corona-Virus eigentlich auf den Flughafen Zürich?

Seit Anfang Februar stehen am Flughafen Zürich Informationsplakate des Bundesamts für Gesundheit, und seit einigen Tagen wird Handdesinfektionsmittel an den Plakatstellen zur Verfügung gestellt. Ansonsten gibt es für die Passagiere und Besucher bis jetzt keine speziellen Massnahmen, wie eine Flughafensprecherin gestern sagte. Die Swiss und die Fluggesellschaft Hainan haben die Flugverbindungen zum chinesischen Festland eingestellt. Andere Destinationen sind bislang nicht betroffen. Hongkong wird von der Swiss noch angeflogen.

Was sind die wichtigsten Empfehlungen der Behörden für die Bevölkerung?

Waschen Sie sich regelmässig die Hände mit Wasser und Seife oder nutzen Sie ein Hand-Desinfektionsmittel. Und: Niesen oder husten sie in ein Taschentuch oder in die Armbeuge.

Meistgesehen

Artboard 1