Zürich
Verdacht erhärtet sich: Geschäftsführer soll Kasse der Genossenschaft geplündert haben

Der Geschäftsführer der Zürcher Baugenossenschaft Letten (BGL) und seine Assistentin sollen die Wohnbaugenossenschaft finanziell massiv geschädigt haben. Laut der BGL könnte der Schaden in die Millionen gehen. Beiden wurde fristlos gekündigt.

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Der Geschäftsführer der Zürcher Baugenossenschaft Letten und seine Assistentin sollen die Wohnbaugenossenschaft finanziell massiv geschädigt haben. (Symbolbild)

Der Geschäftsführer der Zürcher Baugenossenschaft Letten und seine Assistentin sollen die Wohnbaugenossenschaft finanziell massiv geschädigt haben. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Der Geschäftsführer und die Assistentin der Geschäftsführung hätten ihren Position zu ihrem eigenen Vorteilen missbraucht und finanzielle Leistungen ohne Grundlage und Anspruch entgegengenommen, teilte die BGL am Montag mit. Dies sei das Ergebnis des Zwischenberichts einer externen Untersuchung. Die Vorwürfe dazu kamen Ende November auf.

Den beiden Personen sei fristlos gekündigt worden. Gegenüber einem weiteren Kadermitarbeiter habe sich der Anfangsverdacht bisher nicht bestätigt. Noch zu klären sei die Rolle eines ehemaligen Vorstandsmitglieds.

Lohn schon zwei Jahre vor Stellenantritt

Die bisherige Untersuchung habe unter anderem ergeben, dass die Assistentin bereits zwei Jahre vor ihrem Stellenantritt Lohn bezogen habe, ohne für die BGL zu arbeiten. Ebenfalls zwei Jahre vor Stellenantritt habe ihr die BGL Pensionskasseneinkäufe finanziert.

Auch der für solche Zahlungen zuständige Geschäftsführer habe ausserordentliche Pensionskassenbeiträge erhalten, obwohl dafür keine Rechtsgrundlage ersichtlich sei.

Zudem soll er mit Geldern der BGL einem Familienmitglied eine Ausbildung und Leistungen einer externen Firma in seinem Privathaushalt bezahlt haben. Dabei sei es zu Manipulationen von Rechnungsbelegen gekommen.

Sechs Überbauungen mit 600 Wohnungen

Die weiteren Untersuchungen werden gemäss Mitteilung noch Monate dauern. Überprüft werden soll beispielsweise der Kauf von Produkten und Dienstleistungen zulasten der BGL sowie teilweise hohe Zahlungen an einzelne externe Unternehmer und Dienstleister. Die Gegenleistungen hierfür seien unklar.

Der potentielle Gesamtschaden könnte sich auf mehrere Millionen Franken belaufen. Zivil- und strafrechtliche Schritte sollen zum gegebenen Zeitpunkt eingeleitet werden. Die BGL hat ihren Sitz in Zürich. Zu ihr gehören sechs Überbauungen mit rund 600 Wohnungen.