Eigentlich war es ihre Idee, den Valentinstag zu etwas Besonderem zu machen. Per Kurzmitteilung schlug die Frau vor, den Tag zusammen zu verbringen. Er willigte ein und war auch gerne bereit, ihr 500 Franken für ein Kleid, Fingernägel und eine neue Frisur zu geben.

Die Absage kam dann ebenfalls per Handy: Einen Tag vor dem Rendez-vous sagte sie ihm wegen einer Terminkollision ab. Sie habe schon vor geraumer Zeit einer Freundin versprochen, ihr genau an diesem Tag die Haare zu machen.

Dies wollte der verschmähte Liebhaber nicht auf sich sitzen lassen. Wütend forderte er per E-Mail seine Investition in ihr Äusseres zurück. Als sie sich weigerte, die 500 Franken zurückzuzahlen, erhob er Beschwerde am Bezirksgericht Horgen, allerdings vergeblich.

Streit um ein T-Shirt

Die Richter entschieden, dass die Investition ins "Aufhübschen" seiner Bekannten eine Schenkung gewesen sei und deshalb nicht zurückgefordert werden könne - auch wenn die Freundin ihren Teil zum romantischen Valentinstags-Date nicht geleistet habe.

Auch diese Absage wollte der Mann nicht akzeptieren. Vor Obergericht hatte er nun mehr Erfolg: Es entschied, dass sich das Bezirksgericht Horgen zu wenig mit der Materie befasst und somit das rechtliche Gehör des Klägers verletzt habe. Es schickt den Fall zurück ans Gericht in Horgen, das sich erneut mit der 500-Franken-Forderung beschäftigen muss.

Ebenfalls eine Ehrenrunde gibt es für eine zweite Forderung des Mannes: Die gleiche Bekannte habe ihm bei einem Streit im Jahr 2014 einmal ein T-Shirt im Wert von 15 Franken zerrissen. Das wolle er ersetzt haben. Auch diesen Fall findet das Obergericht nicht ausreichend behandelt und schickt ihn zurück nach Horgen.

Geld für Fahrstunden

Das missglückte Date und das zerrissene T-Shirt sind aber nicht die einzigen Dinge, bei denen der enttäuschte Mann Geld fordert. Er verlangte von seiner Bekannten auch bereits Geld für Fahrstunden und die Kosten für eine ärztliche Behandlung ihrer Mutter zurück. In beiden Fällen erhielt er Recht - und die Frau muss zahlen.

Ob die beiden Streithähne noch Kontakt haben, geht aus dem Obergerichtsurteil nicht hervor. Beim ersten Gerichtsprozess in Horgen sagte die Frau aus, dass sie eigentlich gar nie eine Beziehung mit dem Mann gewollt habe.