Zürich

Velos bekommen mehr Platz: so will AL-Stadtrat klimafreundlich umbauen

Die Busspur in der Mitte der Langstrassenunterführung soll zur zusätzlichen Velospur werden.

Die Busspur in der Mitte der Langstrassenunterführung soll zur zusätzlichen Velospur werden.

Insgesamt 107 Strassenbaustellen plant das Stadtzürcher Tiefbauamt fürs Jahr 2020. Dabei sollen rund 96 Millionen Franken verbaut werden. So will AL-Stadtrat Richard Wolff Zürich klimafreundlich umbauen und Parkplätze abbauen.

Die Pläne stehen dieses Jahr ganz im Zeichen der Klimadebatten, wie AL-Stadtrat Richard Wolff gestern an der Jahresmedienkonferenz des Tiefbauamts sagte. Hauptziele seien weniger CO2-Ausstoss und Massnahmen, um die zunehmend heissen Sommer in der Stadt erträglicher zu machen. Gleichzeitig gelte es, das mittelfristig zu erwartende Wachstum Zürichs von 40'0000 auf 500'000 Einwohnerinnen und Einwohner sinnvoll zu gestalten. «Wir wollen ein neues Bild von der Stadt, mit neuen Prioritäten», sagte Wolff. Und: «Wir müssen den Raum neu aufteilen.»

Dieser sei nicht mehr als Strassenraum, sondern als öffentlicher Raum zu sehen. Velofahrer und Fussgänger sollen mehr Platz erhalten. «Der Verkehr stösst 40 Prozent des CO2 in der Schweiz aus», gab Wolff zu bedenken. Daher brauche es mehr Velowege und -abstellplätze. Zudem sei die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, etwa durch mehr Bäume auf Plätzen sowie hellere und dadurch hitzeabweisende Oberflächen. Auch der Münsterhof in der Altstadt erhalte einige zusätzliche Bäume.

Dieses Jahr sollen 100 Parkplätze verschwinden

Den veränderten Prioritäten sollen im laufenden Jahr insgesamt rund 100 öffentliche Parkplätze zum Opfer fallen, wie der AL-Stadtrat auf Anfrage dieser Zeitung sagte. Zum Vergleich: Letztes Jahr habe die Stadt 20 Parkplätze abgebaut. Insgesamt gibt es in Zürich rund 270000 Parkplätze, wovon 15 Prozent ­öffentlich sind.

In der Innenstadt will der Zürcher Stadtrat das Parkplatzangebot längerfristig um zehn Prozent reduzieren. Er verabschiedet sich damit vom historischen Parkplatzkompromiss aus den 1990er-Jahren. Dieser besagt, dass oberirdisch abgebaute City-Parkplätze unterirdisch zu kompensieren sind. Zu entscheiden hat darüber am Ende nicht der Stadtrat, sondern das Stadtparlament bei der Revision des kommunalen Richtplans.

Auch die Umwandlung von Tempo-50- in Tempo-30-Strassen will Wolff weiter voran­treiben. Er stützt sich dabei auf ein Bundesgerichtsurteil. Demnach leiden in Zürich 140000 Menschen unter zu viel Strassenlärm. In einer ersten Phase setzte der Stadtrat vor allem auf Temporeduk­tionen in Quartierstrassen. Davon profitieren laut Wolff weniger als 20 Prozent der Lärm­betroffenen.

Die zweite Phase soll den Verkehrslärm nun für deutlich mehr Menschen reduzieren. Dafür müsse die Stadt auch auf überkommunalen Strassen und solchen mit öffentlichen Verkehrsmitteln Temporeduktionen angehen, sagte Wolff. ­Tempo 30 sei nicht nur aus Lärmschutzgründen sinnvoll, sondern auch die beste Förderung für den Veloverkehr.

Wie Velofahrer und Fussgänger mehr Platz erhalten sollen, verdeutlichte Tiefbauamtschefin Simone Rangosch anhand einiger Beispiele:

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