Stadtplanung

Velorouten und Seilbahnen? - Mit dem regionalen Richtplan soll Zürich organisiert werden

In der Stadt Zürich soll eine innere Verdichtung stattfinden (Symbolbild)

In der Stadt Zürich soll eine innere Verdichtung stattfinden (Symbolbild)

In welche Richtung soll sich die Stadt Zürich in den nächsten Jahrzehnten entwickeln? Antworten gibt der regionale Richtplan, über den das Parlament seit Mittwoch diskutiert. Viele Parteien bezeichneten die Vorlage des Stadtrates als «wenig visionär». Der Stadtrat sieht in ihr «einen kleinen Kosmos, um die Stadt ordentlich zu organisieren».

Die Zürcher Stadtregierung hat Ende Oktober 2014 die Gesamtüberarbeitung des regionalen Richtplans und die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO) zuhanden des Gemeinderats verabschiedet.

Am Mittwoch nun hat der Gemeinderat die mehrtägige Debatte zum regionalen Richtplan begonnen. Es sei eine "wichtige und gewichtige Diskussion", sagte Hochbauvorstand André Odermatt (SP). Über 160 Änderungsanträge zur Vorlage des Stadtrates müssen vom 125-köpfigen Stadtparlament beraten werden.

Der regionale Richtplan übernimmt die Festlegungen des kantonalen Richtplans, verfeinert und ergänzt diese. Der Plan bildet eine verbindliche Grundlage für weitere Planungen der Stadtbehörden, insbesondere für die BZO. Die BZO sagt parzellengenau und eigentümerverbindlich, wo was wie gebaut werden darf. Die Debatte darüber soll noch vor den Sommerferien stattfinden.

Der regionale Richtplan umfasst einen Planungshorizont von 20-25 Jahren. Er besteht aus Text und Karten. Er umfasst die Kapitel Raumordnungskonzept, Siedlung, Landschaft, Verkehr, Versorgung und Entsorgung sowie öffentliche Bauten und Anlagen.

Die letzte Gesamtüberarbeitung des regionalen Richtplans Stadt Zürich liegt gut 15 Jahre zurück. Das letzte Wort hat der Regierungsrat. Er setzt den regionalen Richtplan abschliessend fest.

Innere Verdichtung, Velorouten und Seilbahnen

In der Eintretensdebatte am Mittwochnachmittag hat sich gezeigt, dass ein wichtiger Grundsatz des regionalen Richtplans weitgehend unbestritten ist: In der Stadt Zürich soll eine innere Verdichtung stattfinden.

Allen Parteien ist klar, dass Zürich in den nächsten Jahrzehnten wachsen wird, weil immer mehr Menschen in der Stadt wohnen oder in die Limmatstadt pendeln wollen. Der Kanton rechnet für 2030-2040 mit etwa 80'000 zusätzlichen Personen in der Stadt Zürich.

Für Diskussionen sorgen werden folglich vor allem Detailfragen, insbesondere zum Verkehr. Zur Debatte stehen unter anderem sogenannte Velostrassen. Das sind hindernisfreie Schnellrouten mit Vortritt, auf denen zwei Velos nebeneinander fahren können.

Zudem kommen verschiedene Seilbahn-Projekte aufs Tapet: beispielsweise zwischen Wollishofen und dem Bahnhof Tiefenbrunnen, vom Bahnhof Altstetten zur ETH Hönggerberg mit allfälliger Verlängerung nach Affoltern, vom Bahnhof Tiefenbrunnen über die Lengg zum Balgrist sowie eine unterirdische Verlängerung der Seilbahn Rigiblick bis zum Stampfenbachplatz.

Die SVP schlägt auch eine Schnellbahn/U-Bahn vor. Denn das städtische Verkehrssystem laufe "auf dem letzten Zacken". Sollten vor allem rot/grüne Interessen durchkommen, will die SVP den Richtplan in der Schlussabstimmung ablehnen.

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