Zürich
Velofreundliche Tramgleise: Gummifüllung zu wenig widerstandsfähig

Aus Sicht der Velofahrenden haben sich die «velofreundliche Tramgleise» in einer Testphase in Zürich bewährt. Weil aber die Lebensdauer der verwendeten Gummifüllung zu kurz ist, sei heute noch kein wirtschaftlicher Einsatz möglich.

Merken
Drucken
Teilen
Die VBZ testen velofreundliche Tramschienen
5 Bilder
Querschnitt eines Schienenteils
Velofreundliche Tramschiene
Die Kunststoffeinlage wird vom Tram zusammengedrückt, trägt aber das Velo.
VBZ Direktor Guido Schoch unternimmt eine Testfahrt auf dem Velo

Die VBZ testen velofreundliche Tramschienen

Limmattaler Zeitung

In einer nächsten Phase gehe es darum, noch widerstandsfähigeres Füllmaterial zu entwickeln. Die Industriepartner der VBZ arbeiteten daran, schreiben die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Bisher scheine nirgends in Europa "die Beziehung zwischen Velo und Tramschiene befriedigend gelöst", schreiben die VBZ. Um das Verklemmen von Velopneus in Tramgleisen zu verhindern, entwickelten die VBZ eine neuartige Schienenkonstruktion. Diese wurde seit letztem August in Zürich-Höngg auf einer Länge von 100 Metern eingebaut und getestet.

Grundsätzlich wurde das Befahren der Teststrecke von den Velofahrenden positiv beurteilt. Die Veloreifen verklemmten nicht mehr in den Gleisen. Die Rutschgefahr wurden bei Gleisen mit und ohne Gummifüllung etwa gleich empfunden. Die Reifenhaftung sei allerdings auf nassen Tramgleisen mit Gummifüllung besser.

Die Konstruktion entspreche auch den technischen Anforderungen der VBZ. Die Lebensdauer der verwendeten Gummifüllung sei jedoch zu kurz und die daraus resultierenden Kontrollen und Unterhaltsarbeiten seien zu aufwendig. Die Gummifüllstücke mussten während des Versuchs kontinuierlich überwacht, immer wieder ersetzt und repariert werden.

Der Versuch sei Mitte Mai abgeschlossen worden, da die VBZ zusammen mit den Herstellern des Füllmaterials genügend wertvolle Erkenntnisse gewonnen hätten, heisst es in der Mitteilung. Für einen wirtschaftlichen Einsatz müsse die Mindestnutzungsdauer ein bis zwei Jahre betragen, damit der Ersatz gleichzeitig mit dem periodischen Schleifen der Tramgleise erfolgen könne.