VBZ-Strategie
VBZ will künftig 430 Millionen Franken für den Netzausbau investieren

Früher als ursprünglich geplant, soll das «Affoltern-Tram» realisiert werden: Bis 2023 die Verbindung von Affoltern in die City, bis 2028 die Nordtangtente von Affoltern über Oerlikon nach Stettbach.

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Trams am Zürcher Paradeplatz (Symbolbild)

Trams am Zürcher Paradeplatz (Symbolbild)

Keystone

Etwa 430 Millionen Franken sollen in den nächsten Jahren in den Ausbau des Zürcher Tram- und Busnetzes investiert werden. Früher als ursprünglich geplant, soll das «Affoltern-Tram» realisiert werden: Bis 2023 die Verbindung von Affoltern in die City, bis 2028 die Nordtangente von Affoltern über Oerlikon nach Stettbach.

Die Einwohnerzahl der Stadt Zürich wird gemäss aktueller Prognose in den nächsten 20 Jahren um 70'000 und die Zahl der Arbeitsplätze um 55'000 steigen. Daraus resultierten 30 Prozent mehr VBZ-Fahrgäste als heute, sagte Stadtrat Andres Türler am Mittwoch bei der Präsentation der Netzentwicklungsstrategie «züri-linie 2030».

Heute werden jährlich rund 320 Millionen Menschen in Zürich mit Tram und Bus befördert. Im Jahr 2030 dürften es laut Schätzungen der Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) jährlich 100 Millionen mehr sein. Laut Türler werden dann auf dem VBZ-Netz mehr Personen befördert, als heute auf dem gesamten SBB-Netz.

Die Ausbau-Strategie berücksichtige die jüngsten Prognosen zum Wachstum von Bevölkerung und Arbeitsplätzen in den einzelnen Quartieren. Besonders starke Verkehrsströme werden zwischen Zürich-Nord (Affoltern und Oerlikon) und Zürich-West (Altstetten) erwartet. Im Süden der Stadt sei die Dynamik dagegen wohl geringer, als früher angenommen.

Grundsätzlich wollen die VBZ ihre Linien noch besser an das überregionale S-Bahn-Netz anbinden. Bisher sind die meisten Linien auf den Hauptbahnhof ausgerichtet. Geplant sind als weitere Zentren die Bahnhöfe Altstetten und Oerlikon, um die auch die Buskonzepte erneuert werden.

Mehr Kapazität an der Bahnhofstrasse

Weil heute die Trams an der Bahnhofstrasse häufig überfüllt sind, wird laut VBZ-Direktor Guido Schoch ab Dezember dieses Jahres die Linie 17 zu den Hauptverkehrszeiten vom Hauptbahnhof bis ins Albisgüetli verlängert. Das 8er-Tram wird ab Ende 2017 vom Hardplatz weiter über die Hardbrücke bis nach Zürich-West fahren.

Für das 2er-Tram gibts ab 2020 eine Verlängerung bis nach Schlieren via Bahnhof Altstetten. Nötig wird eine Neubaustrecke zwischen Lindenplatz und Bahnhof Altstetten. Ab dort benutzt der 2er die Gleise der geplanten Limmattalbahn.

Für die Tramlinien vom Stadtzentrum ins Quartier Affoltern und von dort über den Bahnhof Oerlikon zum Bahnhof Stettbach müssen etwa fünf bis sechs Kilometer neue Tramstrecken gebaut werden. Die genaue Linienführung steht noch nicht fest.

«Rosengarten-Tram» bis 2030

Auf der Prioritätenliste zu den langfristigen Projekten verschoben wurden das Rosengarten-Tram und die Tramtangente Süd. Die Verbindung der Entwicklungsgebiete im Norden und im Westen der Stadt bleibe ein wichtiges Anliegen. Auf der Rosengartenstrasse müsse aber die Planung von Tram und Strasse gemeinsam erfolgen, sagte Türler.

Im Jahr 2010 hatte das Zürcher Stimmvolk an der Urne eine Initiative abgelehnt, der die sofortige Planung des Rosengartentrams verlangt hatte. Türler schätzt, dass das dortige Tram ab 2030 fahren wird. Ein weiteres langfristiges Projekt ist die neue Tramlinie 1, die dereinst vom Farbhof über den Hardplatz zum Hauptbahnhof führen soll.

Zwei Buslinien elektrifizieren

Ein Ausbau wird auch für das Busnetz angekündigt. Die Linien 69 und 80 zur ETH Hönggerberg sollen bis 2016 elektrifiziert werden, damit Trolleybusse mit grösserer Kapazität eingesetzt werden können. Eine neue Haltestelle Hertersteg ist zur Erschliessung des Hürlimannareals vorgesehen.

Verlängert werden zudem drei Buslinien bis zum Bahnhof Wollishofen. Langfristig ist eine neue Buslinie zwischen Altstetten und Wiedikon vorgesehen.

Für die kurz- und mittelfristigen Massnahmen bis ins Jahr 2025 rechnen die VBZ mit Investitionen von etwa 430 Millionen Franken. Die mit dem erweiterten Angebot steigenden Betriebskosten von etwa 40 Millionen Franken pro Jahr sollen mit den Einnahmen der jährlich etwa 60 Millionen zusätzlichen Fahrgästen gedeckt werden.