Zürich

VBZ-Streik: Syna erwartet Ergebnis in den nächsten zwei Wochen

Noch treten die Fahrerinnen und Fahrer der Zürcher Trams und Busse nicht in den Streik (Archiv)

Noch treten die Fahrerinnen und Fahrer der Zürcher Trams und Busse nicht in den Streik (Archiv)

Ob die Zürcher Trämler streiken werden, ist weiterhin offen. Während der VPOD schriftliche Zusagen will, zeigt sich die Gewerkschaft Syna optimistisch. Sie erwartet innerhalb der nächsten zwei Wochen «gute Ergebnisse der Mediation».

Syna-Gewerkschaftssekretärin Ruth Lehmann erklärte am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, nach der bisher letzten Mediationsrunde vom Donnerstagabend sei sie «der Meinung, dass wir vor einem Quantensprung stehen». Worin dieser bestehe, wollte sie aber nicht sagen.

Sie halte sich an die gegenseitige Schweigevereinbarung, sei aber «sehr positiv gestimmt». Diese Haltung teilt VBZ-Stabschef Andreas Uhl. Er schwärmt geradezu vom «sehr konstruktiven Verhandlungsklima».

Man habe erstmals seit Beginn der Gespräche im Oktober 2010 über die individuelle Dienstplanung für die Tramchauffeure gesprochen. Dabei habe man den Arbeitnehmervertretern klar gesagt, dass es «Verhandlungsmasse gibt».

Genau das ist einer der Punkte, bei denen die Gewerkschaft VPOD ein Entgegenkommen fordert. Sie war aber bei diesem Gespräch nicht dabei, nachdem sie Anfang dieser Woche ihren Verhandlungs-Ausstieg bekannt gegeben hatte.

Warten auf Antwort

«Wir haben nun ein Jahr lang verhandelt und wollen endlich Ergebnisse sehen und nicht immer nur reden», sagt VPOD-Sekretär Stefan Giger. Vorläufig warte der VPOD auf eine Antwort von Stadtrat Andres Türler, Chef des Departementes der Industriellen Betriebe.

Dieser hat nach der VPOD-Mitgliederversammlung einen Brief mit Forderungen erhalten. Türlers Pressesprecherin Renata Huber erklärte am Freitag, der VPOD werde «im Laufe der nächsten Woche» eine Antwort auf diesen Brief erhalten.

Offen bleibt, ob diese Antwort noch vor Ablauf des Gewerkschafts- Ultimatums am Mittwochabend eintreffen wird. Der VOPD wiederum will Aussagen Türlers schriftlich festgehalten sehen. Bisher habe man diese nur aus den Medien erfahren, sagte Giger.

Dazu gehöre auch, dass Stadtrat und VBZ mit einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) grundsätzlich einverstanden seien. «Das haben wir zehn Jahre lang umsonst gefordert», behauptet Giger.

Verständnislosigkeit

Völliges Unverständnis erntet diese Aussage bei den beiden anderen Arbeitnehmer-Organisationen Syna und Transfair. Syna- Sekretärin Ruth Lehmann betont, die VBZ hätten sich nie grundsätzlich gegen einen GAV gestemmt.

Aber in diesen müssten auch die anderen Verkehrsbetriebe im Kanton eingebunden werden, damit für alle die gleichen Bedingungen gälten. Die Streikdrohung des VPOD sei deshalb «überhaupt nicht zu verstehen». Ins gleiche Horn stösst Transfair-Sekretär Hans-Peter Hofer: «Ich bin dagegen, dass man wegen einem GAV mit Streik droht».

Beide Gewerkschaftslager etwa gleich stark

Lehmann bezweifelt gar, dass der VPOD einen Streik überhaupt durchsetzen könne. Schliesslich hätten Syna und Transfair zusammen mehr VBZ-Mitglieder als der VPOD. Bei ihm sind nach eigenen Angaben etwa 500 der insgesamt über 2000 VBZ-Mitarbeitenden organisiert. Transfair verzeichnet laut Hofer rund 400 Mitglieder. Die Syna machte keine Angaben über ihre Mitgliederzahl.

Der VPOD hat 1999 bereits mit einer Streikdrohung Erfolg gehabt. Damals wurde ein Streik Minuten vor Beginn wieder abgeblasen, weil die VBZ mit dem VPOD Verhandlungen über Mindestarbeitsbedingungen aufnahm.

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