Zürich

Uster will keine Patrouille-Suisse-Show mehr — der Stadtrat ist klimasensibilisiert

Zum 40-Jahr-Jubiläum des Greifenseelaufs flog im September die Patrouille Suisse. Darüber haben sich viele geärgert.

Zum 40-Jahr-Jubiläum des Greifenseelaufs flog im September die Patrouille Suisse. Darüber haben sich viele geärgert.

Zum Greifenseelauf-Jubiläum hat es eine Flugshow gegeben. Jetzt ist der Ustermer Stadtrat klimasensibilisiert.

Zum 40-Jahr-Jubiläum des Greifenseelaufs flog im September die Patrouille Suisse. Darüber haben sich viele geärgert. Und auch die Ustermer Politik reagierte. So reichten grüne Gemeinderäte beim Stadtrat eine Anfrage ein. Dieser hat nun geantwortet – und sieht das Spektakel als bedenklich an: «Aufgrund der heutigen Aspekte zum Klimawandel, der CO2-Ausstoss-Verminderung und den Fragen zur Nachhaltigkeit steht der Stadtrat einer Anfrage zur Durchführung einer Flugshow kritisch gegenüber.»

Lanciert hatte das Spektakel die Markus Ryffel’s GmbH, die den Greifenseelauf organisiert. Diese hatte sich im Vorfeld an die zuständige Abteilung Präsidiales der Stadt Uster gewendet. Laut Abteilungsleiter Christian Zwinggi habe man im Mai 2018 dem Veranstalter per Mail bestätigt, dass er die Patrouille Suisse anfragen könne.

Mit diesem Schritt hat die städtische Abteilung ihre Unterstützung für das Begehren kommuniziert. «Wir haben damit in Kauf genommen, dass die Fliegerstaffel nach Uster kommt.» Denn ohne diese Einverständniserklärung hätte die Patrouille Suisse die Anfrage des Veranstalters nicht berücksichtigt.

«Als wir die Anfrage erhielten, gab es noch keine Klimademos», sagt Zwinggi. Dementsprechend sei man wegen der Treibhausgasemissionen auch weniger sensibilisiert gewesen. «Heute würden wir das Gesuch nicht mehr unterstützen.»

Fünf Lärmbeschwerden nach Flugshow

Armeesprecher Stefan Hofer sagt, dass Umweltschutz der Armee wichtig sei. Bis 2030 würden die CO2-Emissionen des Departementes um mindestens 35 Prozent gegenüber 2001 reduziert. Die restlichen Emissionen würden durch Zertifikate kompensiert, so Hofer.

Aus der Antwort des Stadtrats geht auch hervor, dass bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Zürich fünf Lärmbeschwerden von Anwohnern aus Uster, Mönchaltorf und Fällanden eingegangen sind. Die Leute beanstandeten dabei den Lärm und dass die Show über die Mittagszeit stattfand.

Doch auf die Frage nach der Lärmbelastung kann Armeesprecher Hofer keine Angaben machen. Er sagt, dass die Lautstärke sehr stark je nach Leistungssetzung, Höhe und Distanz variiere. Daher sei der Lärm auch im Laufe der Vorführung unterschiedlich stark.

Die Patrouille Suisse habe die Mindestflughöhen eingehalten, die über dem Schutzgebiet des Greifensees gälten. Teile des Greifensees seien in die Zonen «Flachmoore im Uferbereich» sowie «Auen» und «Wasser- und Zugvogelreservate» eingeteilt. Für beide Zonen gelte eine minimale Überflughöhe von 300 Fuss, was rund 91 Metern entspricht.

Dass die Patrouille Suisse in ihrer Vorführung die Leistungsfähigkeit, die Präzision und die Einsatzbereitschaft der Schweizer Luftwaffe zeigen will, zieht bei Gemeinderat Patricio Frei (Grüne) nicht. Sinnvoller als die militärische Verteidigung gegen fiktive Feinde seien Investitionen in die Sicherung der Umwelt, etwa zum Erhalt der Bio­diversität: «Ich fühle mich nicht sicherer, wenn Kampfflieger über meinen Kopf düsen.»

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