Affäre Mörgeli
Urteil im Prozess gegen Iris Ritzmann wird am Freitag eröffnet

Das Urteil im Prozess gegen Iris Ritzmann, die mutmassliche Informantin in der "Affäre Mörgeli", wird am Freitagnachmittag um 14 Uhr eröffnet. Dies hat das Zürcher Bezirksgericht hat am Montag auf seiner Internetseite bekanntgegeben.

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Iris Ritzmann auf dem Weg zum Bezirksgericht. KEYSTONE

Iris Ritzmann auf dem Weg zum Bezirksgericht. KEYSTONE

Der Prozess gegen die ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin des Medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich hatte am vergangenen Freitag begonnen. Im Laufe der Verhandlung entschied das Bezirksgericht, die Telefon- und E-Mail-Daten der Universität nicht als Beweise zuzulassen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Iris Ritzmann mehrfache Amtsgeheimnisverletzung vor. Sie soll kritische Berichte über die Tätigkeit Christoph Mörgelis als Kurator des Medizinhistorischen Museums den Medien zugespielt haben.

Der Entscheid des Gerichts, die Beweise nicht zuzulassen, bedeutet eine herbe Schlappe für die Anklage. Der Staatsanwalt durfte danach nicht einmal mehr sein ursprünglich geplantes Plädoyer halten, das sich auf diese Beweise abstützte.

Er musste sich mit den Anträgen begnügen: Er fordert eine Verurteilung wegen mehrfacher Amtsgeheimnisverletzung und dafür eine bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu je 90 Franken bei zwei Jahren Probezeit.

Weil es keine Beweise mehr gibt, dürfte der Prozess gegen Ritzmannmit einem Freispruch enden. Der Staatsanwalt kündigte bereits an, den Fall ans Zürcher Obergericht weiterzuziehen. Es ist absehbar, dass sich auch das Bundesgericht erneut zur Quellenschutz-Frage äussern muss.