ERZ

Urs Pauli wehrt sich gegen fristlose Entlassung

Urs Pauli, ehemaliger Chef des Zürcher Entsorgungswesen, lässt die fristlose Entlassung nicht auf sich sitzen und reicht Rekurs ein.

Urs Pauli, ehemaliger Chef des Zürcher Entsorgungswesen, lässt die fristlose Entlassung nicht auf sich sitzen und reicht Rekurs ein.

Der abgesetzte Direktor von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) ist Anfang der vergangenen Woche an den Bezirksrat gelangt: Urs Pauli reichte einen Rekurs gegen seine fristlose Entlassung ein, bestätigte dessen Anwalt einen Bericht der «NZZ» vom Dienstag.

Der Bezirksrat hat den Rekurs inzwischen dem Stadtrat Zürich zur Beantwortung zugestellt.

Pauli war am 22. Mai wegen Verdachts auf ungetreue Amtsführung freigestellt worden. Er soll sich im Jahr 2012 widerrechtlich ein teures Dienstfahrzeug angeschafft und dieses auch privat genutzt haben. Kurz darauf wurde in einem Bürogebäude von ERZ eine Schwarze Kasse entdeckt. Ein Safe enthielt Bargeld in der Höhe von rund 215'000 Franken, das in der offiziellen Rechnung des Amtes nicht auftauchte. Auf Antrag von FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger entliess der Zürcher Stadtrat den freigestellten ERZ-Direktor fristlos.

Insbesondere in Bezug auf die gefundene schwarze Kasse fühlt Pauli sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. So sei das Geld ausschlisslich der Belegschaft zugutegekommen, sagte Pauli vor zwei Wochen gegenüber der «NZZ». Pauli habe diese mit «Couvertli à zweihundert Stutz» unterstützt weil die Leute hart arbeiten würden und eine solche Unterstützung demnach angemessen sei. 

Arbeitszufriedenheit beim ERZ überdurchschnittlich

Obwohl das ERZ in letzter Zeit immer wieder in den Schlagzeilen war: Die Arbeitszufriedenheit im ERZ liegt mit 75 Prozentpunkten über dem Durchschnitt. Dies ergab eine Mitarbeiterbefragung, welche die Stadt Zürich dieses Jahr für alle Dienstabteilungen in Auftrag gegeben hatte und an der 16'000 Mitarbeiter teilgenommen haben, berichtet die «NZZ». Das ERZ hat dabei bei weit über der Hälfte der gestellten Fragen, im Vergleich zum Durchschnitt aller städtischen Betriebe, besser abgeschnitten.

Allerdings: Bei Fragen zur Entlöhnung waren trotz «Couvertli» nur 57 Prozent der Angestellten mit ihren Lohn zufrieden. (lgi)

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