Dignitas argumentierte, dass die Regelung gegen die Wirtschaftsfreiheit verstosse. Das Bundesgericht kommt in seinem am Mittwoch publizierten Urteil jedoch zum Schluss, dass die Wirtschaftsfreiheit nicht auf das Bestattungswesen zutrifft.

Dieses sei im Kanton Zürich und auch in anderen Kantonen monopolisiert. Es handle sich um eine öffentliche Aufgabe der Gemeinden. Die Monopolisierung sei aus sozialpolitischen und polizeilichen Gründen gerechtfertigt, halten die Lausanner Richter fest. Sie beziehe sich auf Erd- und auch auf Feuerbestattungen.

Einzelfälle bleiben erlaubt

Das Ausbringen von Asche einzelner Verstorbener ausserhalb von Friedhöfen bleibt aber weiterhin erlaubt. Das Verbot bezieht sich lediglich auf das gewerbsmässige Beisetzen.

Der Zürcher Regierungsrat hatte die Bestattungsverordnung mit dem besagten Verbot im Mai 2015 erlassen. Der Verein Dignitas erhob daraufhin im Juli 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und gelangte 2016 schliesslich ans Bundesgericht, alles ohne Erfolg.

67 Urnen im Zürichsee entdeckt

Die Regelung, die nun vom Bundesgericht gestützt wurde, geht auf einen makabren Fund im Zürichsee im Jahr 2010 zurück: Angestellte der Seerettung Küsnacht hatten auf dem Seegrund zahlreiche Urnen mit menschlicher Asche entdeckt.

Taucher hoben insgesamt 67 Gefässe mit Kremations-Asche. Der Kanton bezeichnete diese Form der Massenbestattung als "unstatthaft". Die Überreste wurden anschliessend in einem anonymen Grab beigesetzt, weil die Identität der Toten nicht mehr festgestellt werden konnte. (Urteil 2C_234/2016 vom 24.05.2017)