Bezirksgericht Zürich

Urkundenfälschung, Diebstahl, Betrug: 50-Jähriger kommt mit bedingter Freiheitsstrafe davon

"Das war der letzte Schuss vor den Bug", ermahnte das Bezirksgericht den Beschuldigten. (Symbolbild)

"Das war der letzte Schuss vor den Bug", ermahnte das Bezirksgericht den Beschuldigten. (Symbolbild)

Jahrelang manipulierte er Lohnausweise und Verkaufsjournale, um sich einen luxuriösen Lebensstil leisten zu können. Nun wurde ein 50-jähriger Italiener vom Zürcher Bezirksgericht verurteilt. Ein letztes Mal kommt er mit einer bedingten Strafe davon.

Er werde alles daransetzen, seine Schulden zu bezahlen und in Zukunft anständig zu leben. Dies beteuerte der 50-jährige Italiener vor dem Zürcher Bezirksgericht. Ihm wird Urkundenfälschung, Diebstahl und Betrug vorgeworfen.

In den vergangenen Jahren leistete er sich trotz einem Lohn von rund 4000 Franken ein Luxusleben. Er kaufte sich einen Jaguar, leaste einen Mercedes und schloss gar einen Hypothekarkredit für den Kauf eines Hauses im Aargau ab, wie die "NZZ" berichtet.

Lohnausweise und Verkaufsjournale manipuliert

Um sich den teuren Lebensstil leisten zu können, manipulierte der Mann alte Lohnabrechnungen eines früheren Arbeitgebers. Ausserdem fälschte er Lohnausweise und einen Arbeitsvertrag der Firma seines Schwagern in Süddeutschland, um zu belegen, dass auch sein Lebenspartner ein Einkommen habe. Weiter veränderte er Betreibungsregisterauszüge und gaukelte der Bank Kreditwürdigkeit vor. In seiner Anstellung als Kassierer im Detailhandel manipulierte er zudem mehrmals täglich das Verkaufsjournal, stornierte oder löschte Verkäufe und erleichterte seinen Arbeitsgeber so um 28'000 Franken.

Der Mann sei ein Betrüger und habe sich der mehrfachen Urkundenfälschung sowie gewerbsmässigem Diebstahl schuldig gemacht, so die Staatsanwältin. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten, wovon die Hälfte vollzogen werden soll, wie es im Bericht heisst.

Der Verteidiger forderte stattdessen eine 14-monatige bedingte Freiheitsstrafe mit 3 Jahren Probezeit. Zwar sei sein Mandant nicht zum ersten Mal zum Betrüger geworden, doch sei es nun das letzte Mal. Er sei sich seiner Schuld bewusst und bereue seine Taten.

Letzte Chance

Das Gericht konnte er damit allerdings nicht überzeugen. Der Angeklagte habe gezeigt, dass eine grosse kriminelle Energie in ihm stecke, so der vorsitzende Richter. Zwar habe das Geständnis eine gewisse mildernde Wirkung, sei aber aufgrund der eindeutigen Beweise auch unumgänglich gewesen. Das Gericht verurteilte den Mann schliesslich zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten und einer Probezeit von 4 Jahren. Es sei der letzte Schuss vor den Bug, ermahnte der Richter den Beschuldigten. "Noch einmal und Sie wandern ins Gefängnis."

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