Bundesgericht
Unvereinbar: Ein Anwalt in drei verschiedenen Rollen

Ein Zürcher Anwalt hat bei der Vertretung eines Profifussballers drei Hüte getragen: den des Anwalts, des Kreditgebers des Fussballers und des Verwaltungsrats der Firma. Das Bundesgericht hat eine Busse wegen Verletzung der Berufsregeln bestätigt.

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Keystone

Das Anwaltsgesetz sieht vor, dass ein Anwalt nicht mehrere Parteien vertreten darf, die gegenläufige Interessen haben. Auch muss er bei Übernahme eines Mandats Konflikte mit persönlichen Interessen ausschliessen können.

Im vorliegenden Fall gewährte der Anwalt dem von ihm vertretenen Fussballer privat einen Kredit. Zudem vereinbarte er als Verwaltungsrat einer in Panama domizilierten Gesellschaft mit dem Fussballer eine Vereinbarung über die Prozessfinanzierung.

Diese sah vor, dass der Ballkünstler seine vor Gericht geltend gemachte Forderung an die Gesellschaft abtritt, dafür einen sechsstelligen Betrag erhält und alle bisherigen und zukünftigen Prozesskosten von der Gesellschaft getragen werden.

Der Prozesserlös sollte im Gegenzug an die Gesellschaft fliessen. Sollten mehr als 600'000 Franken herausspringen, flösse dieser Überschuss zu 20 Prozent an den Anwalt, zu 40 Prozent an den Fussballer und der Rest davon an die Gesellschaft.

Busse von 3000 Franken

Nachdem dem Fussball das ihm aus der Abtretung zugesicherte Geld überwiesen worden war, hätte der Anwalt sogleich das Gericht darüber informieren müssen.

Der Grund: Das Gericht hatte dem Kicker die unentgeltliche Rechtspflege zugesprochen und den Zürcher Anwalt als unentgeltlichen Rechtsbeistand bezeichnet. Das Gericht erfuhr aber erst über ein Jahr später von der neuen finanziellen Lage des Fussballers.

Das Obergericht meldete den Fall der Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte im Kanton Zürich, die in solchen Fällen tätig werden muss. Sie disziplinierte den Anwalt wegen mehrfacher Verletzung der Berufsregeln mit einer Busse von 3000 Franken.

Auch auferlegte sie dem Anwalt den Grossteil der Verfahrenskosten, die im Bundesgerichtsurteil jedoch nicht genannt werden. Nun muss der Anwalt auch noch die Bundesgerichtskosten von 2000 Franken bezahlen. (2C_814/2014 vom 22.01.2015)