Die Mutigeren fassten unter dem Absperrband durch und griffen sich eine Handvoll von den Überresten der 460 Tonnen schützenden Sandes. Anerkennendes Nicken. Denn zu entdecken gab es: nicht viel. Obwohl der Platz an einigen Stellen noch etwas staubig und nass war, zeigte sich gestern nach und nach, dass die Stadt die Bewährungsprobe gemeistert hat.

Seit sechs Uhr morgens mit auf dem Platz war auch Stefan Hackh, Kommunikationschef des Tiefbauamts. Stolz und wohl auch etwas erleichtert erklärte er allen Interessierten die Funktionen des Schutzbelages und kommentierte: «Vorbereitung ist alles. Das ist super gelaufen.» Das Sechseläuten selber bezeichnete Hackh als vollen Erfolg.

Unter den paar hundert Grillfreudigen sei am Abend sogar so etwas wie Strandfeeling aufgekommen. An die Regeln hätten sie sich gehalten. Diese hatten vorgesehen, dass die rund 50 Grillfeuer nur auf dem mit Kunststofffasern durchmischten Quarzsand entfacht werden durften.

Das 20 Zentimeter dick verteilte Gemisch schützte einerseits die Natursteinplatten vor Hitze und Flecken. Andererseits verhinderte der Kunststoff, dass der Sand aufstieben und in die Augen von Mensch und Tier geraten konnte. Das zeigte sich auch bei der handfesten Probe: Anstatt durch die Finger zu rieseln, blieb der Sand in einem Block. Ähnlich feuchter Erde, durchzogen mit feinen Wurzeln.

Das braune Sandgemisch bildete den äusseren Schutzring um den Holzhaufen. Richtung Zentrum wurde es von schwarzem Brechsand abgelöst, der noch hitzebeständiger sein soll. Auch er demonstrierte, dass er seiner Aufgabe gerecht geworden war, und dampfte am Mittag noch an verschiedenen Stellen. Die Temperaturen um und unter dem Böögg seien so hoch gewesen, dass trotz Regen gestern Morgen noch gelöscht werden musste, sagte Hackh. Zusätzlich zum Sand stand der Holzhaufen auf zwei Schichten eines Spezialbelags, genannt Foam-Glas – am ehesten vergleichbar mit kohlschwarzem Bimsstein. Es gab zwar einem prüfenden Fingernagel nach, hatte aber vom Feuer keinen sichtbaren Schaden genommen. Einzig beim Löschen sind einige der Platten zersprungen. Diese würden nun rezykliert, die ganz gebliebenen eingelagert und nächstes Jahr wieder verwendet, sagte Hackh. Er kündigte auch an, dass man nächstes Jahr alles haargenau gleich machen wolle.

«Gummilippe» für Bagger

Die zwei unterschiedlichen Sandgemische waren gestern zuerst von Hand getrennt und aufgehäuft, danach mit Baggern auf die bereitstehenden Laster gehoben worden. Die Baggerschaufeln bekamen Überzüge, sogenannte Gummilippen, verpasst, sodass dem Valser Quarzit nicht noch im letzten Moment Kratzer zugefügt werden konnten. Der Sand wird vom Hersteller aufbereitet und wiederverwendet. Zu den Kosten der Schutzmassnahmen wollte sich Hackh nicht äussern. Sie seien schwierig zu berechnen, da Arbeitsstunden und Ausfälle im öffentlichen Verkehr mit gerechnet werden müssten.