Zürich-Seebach
Unter Abwasserrohren: Im Primarschulhaus Buhn werden Kinder im Keller unterrichtet

Aufgrund von akutem Platzmangel muss im Schulhaus Buhn in Zürich-Seebach ein Kellerraum seit drei Jahren als Schulzimmer dienen. Selbst ein dreistöckiger Pavillon konnte das Problem nicht lösen.

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Die Kinder der Seebacher Schule Buhn müssen sich teilweise mit einem Kellerraum als Klassenzimmer begnügen. (Symbolbild)

Die Kinder der Seebacher Schule Buhn müssen sich teilweise mit einem Kellerraum als Klassenzimmer begnügen. (Symbolbild)

Eine improvisierte Holzrostverkleidung, Abwasserrohre an der Decke, Neonröhrenlicht und als einzige natürliche Lichtquelle zwei kleine Kippfenster. Im Primarschulhaus Buhn in Zürich-Seebach gilt dieser knapp 7 mal 5 Meter grosse Kellerraum als Schulzimmer. "Der Raum ist völlig ungeeignet", sagt Markus Pfister gegenüber dem Tages-Anzeiger. Die Entdeckung sei reiner Zufall gewesen. Obwohl Pfister seit fast einem Jahr in der Schulpflege sei, habe er nichts vom Kellerunterricht gewusst.

Seit drei Jahren wird der Raum nun genutzt. Aufgrund von akutem Platzmangel suchte die Kreisschulpflege nach Alternativen. Sogar in Gängen wurde unterrichtet, was aber gegen feuerpolizeiliche Vorschriften verstiess. Im Juni 2014 bewilligte die Immobilienverwaltung der Stadt Zürich (Immo) die Umnutzung des Zimmers, das damals noch als Lagerraum diente.

Marc Huber, Mediensprecher der Immo, verteidigt das Projekt gegenüber dem Tages-Anzeiger: "Es erfüllt alle Vorschriften." Der Raum werde nur für Gruppenunterricht genutzt und sei kein regelmässiges Klassenzimmer. An vier bis fünf Tagen pro Woche wird er gemäss Unterrichtsplan genutzt. Markus Pfister widerspricht: "Der Kellerraum ist auch belegt, wenn kein Unterricht eingetragen ist."

Platzmangel als Hauptproblem

Richtig zufrieden ist mit dieser Lösung allerdings niemand. Sowohl beim Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich als auch bei der Immo wünscht man sich einen ansehnlicheren Raum. Die aktuelle Situation sei eine pragmatische Lösung.

Das Hauptproblem ist der Platzmangel in Zürcher Schulen. In Seebach scheint dies besonders akut zu sein. Aufs neue Schuljahr erhielt die Primarschule einen dreistöckiger Pavillon. Doch selbst damit konnte das Problem nicht behoben werden.