Transparenz
Universität Zürich veröffentlicht Sponsoren-Daten

Spenden von Unternehmen und Stiftung werden für die Universität Zürich immer wichtiger. Die Herkunft dieser Gelder wird nun im Internet transparent gemacht. Die Universität hat eine Datenbank online gestellt, die Auskunft über Betrag, Spender und Verwendungszweck gibt.

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Die Universität Zürich finanziert sich zunehmend über Drittmittel. Im vergangenen Jahr stammten bereits 121 Millionen Franken von Unternehmen oder Stiftungen.

Die Universität Zürich finanziert sich zunehmend über Drittmittel. Im vergangenen Jahr stammten bereits 121 Millionen Franken von Unternehmen oder Stiftungen.

Frank Brüderli

Die Universität Zürich finanziert sich zunehmend über Drittmittel. Im vergangenen Jahr stammten bereits 121 Millionen Franken von Unternehmen oder Stiftungen, wie die Universität am Mittwoch an einer Medienkonferenz bekannt gab.

Um Transparenz über Herkunft und Verwendungszweck dieser Millionen zu schaffen, führt die Universität neu eine öffentlich einsehbare Datenbank. Darin sind Spender, genauer Verwendungszweck und Zeitraum der Unterstützung aufgeführt. Unter den Spendern sind Technologie- und Pharmafirmen, aber auch der Staat sowie Familienstiftungen.

Anonyme Einträge möglich

«Die meisten Geldgeber sind stolz darauf, die Universität zu unterstützen», sagte Rektor Michael Hengartner. Abgesprungen sei wegen der neuen Transparenz noch niemand. Zudem gebe es die Möglichkeit, einen Eintrag anonymisieren zu lassen. Statt dem Namen erscheint dann der Verweis «Unternehmen» oder «Stiftung».

Hengartner erklärt diesen Wunsch nach Anonymität damit, dass einige Unternehmen wegen der Konkurrenz auf dem Markt nicht bekannt machen wollen, auf welche Projekte sie sich konzentrieren. Es gebe aber auch vermögende Familienstiftungen, die lieber anonym bleiben wollten. «Aus Angst, vor Anfragen überrannt zu werden.»

Vertrag mit der UBS als Auslöser

Die Universität Zürich bemüht sich seit einigen Jahren aktiv um mehr Transparenz. Auslöser war ein Sponsoring-Vertrag mit der Grossbank UBS im Jahr 2012. Die Universität verwehrte Journalisten zunächst die Einsicht in den Vertrag, was zu einem Sturm der Entrüstung führte. Die Politik verlangte daraufhin, dass die Universität bezüglich Drittmitteln mehr Transparenz herstellt.

Inzwischen werden auch die Interessenbindungen von Professorinnen und Professoren veröffentlicht. Zudem gibt es online Angaben zu Stiftungsprofessuren, inklusive Förderbeitrag und Stifter. Der Kantonsrat verlangte dies mit einer Gesetzesänderung. (sda/sho)