Titularprofessor
Universität Zürich geht gegen medizinische Titularprofessoren der Privatklinken vor

Mit einer internen Vorlage will die Zürcher Unileitung die Probleme in der medizinischen Fakultät lösen. Sie verlangt, dass die Titel der Fakultät restriktiver vergeben werden oder auch Titel entzogen werden können.

Patrick Schlumpf
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Keystone

Die Universität Zürich hat genug von den Wechseln der Medizinprofessoren in die Privatklinken. In kürzester Zeit haben drei erfahrene Ärzte die Uniklinik in Richtung Hirslanden verlassen, alle drei waren Herzspezialisten.

Die Klinik Hirslanden dürfte es freuen, denn sie ist auf Wachstumskurs und will den Bereich der Herzmedizin stark ausbauen.

Die drei Ärzte sind alle Titularprofessoren, wie so einige in der Klinik Hirslanden. Jedoch haben nicht alle den Titel an der Universität Zürich erworben. Die Uni Zürich will den betreffenden Ärzten den Titel nun entziehen. Sie will so die Konkurrenz der Privatkliniken schwächen und weitere Abgänge in Klinken wie Hirslanden verhindern.

Hirslanden kündigt Widerstand an

Die Klinik Hirslanden hat bereits Widerstand gegen das Vorgehen der Uni angekündigt. Sollten die Titel der Hirslanden-Ärzte tatsächlich entzogen werden, will die Privatklinik einen anderen universitären Partner suchen oder eine Privatuniversität gründen.

Zudem mache es absolut keinen Sinn den Lehrköper auf diese Weise auszudünnen, gerade jetzt wo die Zahl der Studienplätze erhöht wird, meint Reto Stocker gegenüber dem «Tagesanzeiger». Stocker ist Intensivmediziner und arbeitete 20 Jahre am Unispital. Vor drei Jahren wechselte auch er in die Hirslanden-Klinik. Es sei jedoch legitim, wenn man jenen den Professortitel entziehe, die ihn nur als «Schmuck» bräuchten.