Nachhaltigkeit
Universität Zürich auf gutem Weg in grünere Zukunft

Die Universität Zürich schickt Vorschläge, nachhaltiger zu werden, in die Vernehmlassung.

Katrin Oller
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Die Universität Zürich hat erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Künftig soll ein solcher Bericht alle zwei Jahre erschreinen.

Die Universität Zürich hat erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Künftig soll ein solcher Bericht alle zwei Jahre erschreinen.

KEYSTONE

120 Gigawattstunden hat die Universität Zürich 2018 an Energie verbraucht, damit 26'000 Studentinnen und Studenten und über 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten nachgehen können. Dies zeigt der Nachhaltigkeitsbericht, den die Universität gestern zum ersten Mal veröffentlicht hat. Künftig soll ein solcher Bericht alle zwei Jahre erscheinen.

120 Gigawattstunden entsprächen dem Verbrauch von 6800 Durchschnittshaushalten, sagte Lorenz Hilty, Delegierter für Nachhaltigkeit an der Jahresmedienkonferenz der Uni. 78 Prozent davon stammen aus erneuerbaren Energiequellen. Deren Anteil ist in den letzten Jahren um 10 Prozent gestiegen. Bei der Verpflegung hat sich die Bilanz der Uni ebenfalls verbessert. Dank der veganen Mensa assen mehr Mensagängerinnen und -gänger fisch- und fleischlose Menüs. So sanken die Treibhausgas-Emissionen von 2017 auf 2018 um 20 Tonnen. «Hält dieser Trend an, erreichen wir ein nachhaltiges Resultat», sagte Hilty.

Zug statt Flugzeug

Die Herstellung der Nahrungsmittel für über 1,1 Millionen Mensa-Menüs pro Jahr verursacht aber «nur» 2040 Tonnen Treibhausgas-Emissionen. Schuld an den meisten Emissionen ist das Fliegen: Die Flugreisen der Mitarbeitenden und Gäste sind für 8299 Tonnen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Die Flüge der Studenten wurden nicht mitgezählt. Hier sieht die Universität den wirksamsten Ansatzpunkt für den Klimaschutz und noch viel Verbesserungspotenzial. Für Vizedirektorin Gabriele Siegert wären Videokonferenzen eine Alternative zu Konferenzreisen. «Auch könnte man alles, was in sechs Stunden mit dem Zug erreichbar ist, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bereisen», sagte Siegert. Ganz aufs Fliegen zu verzichten, sei aber nicht praktikabel. Gäste würden öfter nach Zürich reisen, und unter dem Strich würde gleich oft geflogen.

Verbindlich sind solche Empfehlungen aber nicht, betonte Siegert. Denn zwei konkrete Umsetzungsstrategien für Lehre und Forschung sowie für den Betrieb entwirft die Universität gerade erst. Sie werden noch dieses Jahr in die Vernehmlassung gegeben. Ziel müsse sein, dass die «enkeltauglichen» Entscheide die einfachere Wahl werden, sagte Siegert. Als Wissens- und Kompetenzzentrum könne die Universität auch durch die Forschung und Lehrangebote teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel sein, sagte Rektor Michael Hengartner. So wird etwa in Zürich die Biodiversität erforscht, der globale Wandel oder Prozesse, wie Energie aus Sonnenlicht in Form von Wasserstoff gespeichert werden kann.