Zürich
Unispital Zürich: Panne bei Ärzte-Löhnen

Ausgerechnet vor Weihnachten: Rund der Hälfte der Assistenzärzte am Zürcher Unispital wurde im Dezemberlohn Geld abgezogen. Ursache ist eine neues Berechnungsmodell für Schichtzulagen.

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Universitätsspital Zürich.

Universitätsspital Zürich.

Nicolas Zonvi

Im Dezember sind viele Lohntüten doppelt gefüllt. Normalerweise gilt das auch für Assistenzärzte des Universitätsspitals in Zürich. Doch dieses Jahr wurden bei rund der Hälfte der 600 Assistenzärztinnen und -ärzte des Unispitals zwischen 80 und 2500 Franken von der Dezember-Lohnzahlung einbehalten, wie die „Schweiz am Sonntag“ schreibt. Dies sorgte bei den Betroffenen für Entrüstung.

«Das Universitätsspital bezahlt im Vergleich mit anderen Spitälern schon tiefe Löhne. Dass nun im Dezember auch noch Lohnabzüge gemacht werden, ist ein Skandal», sagt eine Assistenzärztin. «Und das ausgerechnet vor Weihnachten!»

Rolf Curschellas, Direktor der Personalabteilung des Unispitals, sagt, das Unispital habe während acht Monaten zu viel Schichtzulagen bezahlt. Die Vergütung von Wochenend- und Nachtarbeit war auf den 1. Januar 2016 vereinfacht worden. Bei der Umstellung der Computersysteme kam es zu einem Fehler. Bei Diensten am Wochenende, die sich in den Abend zogen, wurden versehentlich zwei Zulagen angerechnet. Das Unispital bezahlte so rund 200 000 Franken zu viel.

Im August fiel einer Managerin der Fehler auf. Curschellas bedauert das Missgeschick, für das sich das USZ bei allen Betroffenen entschuldigt habe: «Es ist unschön, vor dem Jahresende Geld wieder einzufordern. Wir wollten den Fehler aber so rasch wie möglich korrigieren», sagt er zur „Schweiz am Sonntag“.