Medizin
Unispital Zürich: Neuartiger Herzschrittmacher implantiert

Erstmals in der Schweiz ist am Universitätsspital Zürich ein Herzschrittmacher mit integriertem Defibrillator implantiert worden, der die starken Magnetfelder von MRI-Geräten aushält. Für Herzpatienten ist dies eine wichtige Neuerung.

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Blick auf das Unispital Zürich (Archiv)

Blick auf das Unispital Zürich (Archiv)

Keystone

Patienten, die einen Herzschrittmacher mit Defibrillator in sich tragen, durften bis anhin nicht in ein Magnetresonanztherapie-Gerät (MRI) geschoben werden. Die Magnetfelder hätten den komplexen Herzschrittmacher gestört oder gar beschädigt.

Mussten solche Patienten am Gehirn oder am Bewegungsapparat untersucht werden, waren dazu andere, vielleicht weniger geeignete Methoden nötig.

Mitte Mai konnten Zürcher Ärzte nun einem schwer herzkranken Patienten einen kombinierten Schrittmacher einsetzen, der die Magnetfelder unbeschadet überstehen soll. Gemäss einer Mitteilung des Unispitals vom Mittwoch war es die erste Implantierung eines derartigen Geräts in der Schweiz.

Am Zürcher Unispital erhalten pro Jahr etwa 60 bis 80 Patientinnen und Patienten einen Herzschrittmacher mit integriertem Defibrillator. Während der Schrittmacher die Pumpleistung des Herzens verbessert, schützt der Defibrillator vor Herzrhytmusstörungen und damit vor plötzlichem Herztod.

Bei konventionellen Herzschrittmachern, also solchen ohne Defibrillator, sind MRI-Untersuchungen für gewöhnlich kein Problem. Die Geräte wurden in den vergangenen Jahren MRI-tauglich gemacht.