Gesundheitsversorgung
Unispital Zürich: Mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Das Universitätsspital Zürich (USZ) hat 2015 mehr Patienten behandelt als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 2,6 Prozent auf 1,264 Millionen Franken. Der Gewinn sank dagegen um 13,4 Millionen auf 15,1 Millionen Franken.

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Behandelte 2015 mehr Patienten als im Vorjahr: das Unispital Zürich

Behandelte 2015 mehr Patienten als im Vorjahr: das Unispital Zürich

Keystone

Die stationären Austritte nahmen um 2 Prozent auf 39'665 zu, der ambulante Ertrag stieg um 6 Prozent auf 243,3 Millionen Franken, wie das USZ am Freitag mitteilte.

Die 10 Prozent der Patienten mit dem höchsten Schweregrad verursachten fast die Hälfte der Kosten. Das verdeutliche den hohen Spezialisierungsgrad des USZ, heisst es in der Mitteilung. Die komplexen Behandlungen würden jedoch durch die Fallpauschalen nach SwissDRG nach wie vor nicht hinreichend abgegolten.

Den Gewinneinbruch begründet das USZ vor allem mit der Streichung des Eigentümerbeitrages durch den Kanton. Damit flossen 16 Millionen Franken weniger in die Spitalkasse. Weitere 6 Millionen Franken büsste das Unispital ein, weil der Bundesrat in die Tarifstruktur Tarmed eingegriffen hat.

Der Gewinn von 15,1 Millionen Franken soll dem Eigenkapital zugeschrieben werden. Stimmen Regierungsrat und Kantonsrat zu, beläuft sich das Eigenkapital des USZ auf 103,7 Millionen Franken, was einer Eigenkapitalquote von 19,3 Prozent entspricht.

Für das Universitätsspital sei die Stärkung des Eigenkapitals zentral, heisst es weiter in der Mitteilung. Im veränderten regulatorischen Umfeld müsse das USZ seine Investitionen und seine medizinischen Weiterentwicklungen selbst finanzieren.

Im Geschäftsjahr hat das USZ verschiedene innovative Therapien und Methoden eingeführt. So wurde etwa schweizweit die erste totale Kehlkopfentfernung mit dem Da-Vinci-Roboter durchgeführt oder es wurden Geräte zur drahtlosen Messung des Lungendrucks implantiert.

VPOD fordert mehr Anerkennung für Personal

Der VPOD bemängelt in einer Mitteilung, dass das Personal, das mit seinem Einsatz den Erfolg des USZ erwirtschafte, mit keinem Wort erwähnt werde. Die Gewerkschaft würde sich wünschen, dass das Spital seine Freude über das gute Betriebsergebnis mit dem Personal teilen und dieses daran teilnehmen lässt.

Das Mindeste und auch finanzierbar wären laut VPOD: eine grosszügige Lohnrunde, zusätzliche Erholungstage für den mit steigenden Patientenzahlen und kürzeren Aufenthaltsdauer ständig wachsenden Arbeitsstress und vor allem Zulagen für Schicht-, Nacht und Wochenendarbeit.