Eingeleitet wurde die Administrativuntersuchung von Spitalrat und Spitalleitung - und zwar unabhängig vom Ausgang der Untersuchungen der Strafverfolgungsbehörden, wie die Regierung festhält. Damit beauftragt worden seien externe Fachleute.

Sie sollen klären, ob bestehende Weisungen, Verhaltensrichtlinien, die definierten Prozesse und Qualitätssicherungssysteme genügen, um Übergriffe jedwelcher Art zu verhindern. Danach wollen Spitalrat und Spitalleitung entscheiden, ob weiterführende Massnahmen ergriffen werden sollen.

Eingereicht hatten die Anfrage die beiden CVP-Kantonsräte Josef Wiederkehr (Dietikon) und Franco Albanese (Winterthur). Sie reagierten damit auf die Anfang September bekannt gewordenen sexuellen Übergriffe im USZ.

Ein Pfleger wird beschuldigt, sich im Aufwachraum über längere Zeit an mehreren Frauen sexuell vergangen zu haben. Die Übergriffe sollen sich vor dem Aufwachen aus der Narkose ereignet haben. Eine der betroffenen Frauen hatte Anzeige erstattet. Der Beschuldigte wurde danach von der Spitalleitung freigestellt.

Gegen Videoüberwachung

In der Anfrage hatten die beiden Kantonsräte verschiedene Massnahmen angeregt, um das Risiko von Übergriffen zu reduzieren. So zum Beispiel eine Videoüberwachung. Eine solche werde zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt, schreibt der Regierungsrat.

Eine Überwachung mittels Kameras werfe gerade in einem Spital viele juristische und praktische Fragen auf. Videoüberwachungen seien geeignet, eine Misstrauenskultur zu schaffen, die ausserdem das Personal des USZ unter einen Generalverdacht stellen würde. Zudem biete sie lediglich eine Scheinsicherheit, ohne dass sexuelle Übergriffe wirksam verhindert werden könnten.

Auch von einer konsequenten Doppelbesetzung der Pflege in sensitiven Bereichen hält der Regierungsrat nicht viel. Zum einen wegen des überdurchschnittlich hohen Personaleinsatzes, zum andern auch wegen der damit verbundenen hohen Zusatzkosten. Dasselbe gelte, wenn für besondere Einsatzorte ausschliesslich auf Frauenteams gesetzt würde.

Situation richtig eingeschätzt

Der Regierungsrat weist zudem darauf hin, dass sexuelle Übergriffe auch in grösseren Aufwachräumlichkeiten verübt werden könnten, ohne dass dies durch eine andere im Raum anwesende Person zwingend bemerkt werden muss. Spitalrat und Spitalleitungen des USZ würden ihre Haltung allerdings - auch mit Blick auf bauliche Massnahmen - nach Abschluss der Administrativuntersuchung erneut prüfen.

Der Regierungsrat ist im übrigen der Ansicht, dass die verantwortlichen Gremien des USZ nach den bekannt gewordenen Vorwürfen die konkrete Situation richtig eingeschätzt, korrekt reagiert und angemessene Schritte eingeleitet haben.