10'656 Unterzeichnende fordern darin, dass das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) Lohndumping konsequenter verhindert und aufdeckt.

Die Unterschriften seien innerhalb von nur zehn Tagen zusammengekommen, schreibt die Unia in einer Mitteilung. Dies zeige, dass das Thema die Bevölkerung beschäftige. Den Leuten sei klar, dass nicht nur die direkt Betroffenen leiden würden, sondern auch alle anderen Arbeitnehmenden, weil seriöse Firmen mit Dumpingangeboten nicht mithalten könnten.

Auslöser für die Petition war der Streit um Lohndumping am Zürcher HB. Gemäss Unia erhielten dort scheinselbständige Arbeiter aus Polen Stundenlöhne von teilweise unter 10 Franken. Nach einem Streik einigten sich die Auftraggeberin SBB, die Subunternehmerin - die Winterthurer Brandschutz AG - und die Unia darauf, dass die Männer Lohnnachzahlungen von insgesamt 700'000 Franken erhalten sollen.

Die ersten 13 von insgesamt rund 30 betroffenen Arbeitern erhielten am Mittwoch rund 428'000 Franken Nachzahlungen - einer von ihnen stolze 60'000 Franken.

Die Summe zeige, in welchem Ausmass Lohndumping stattfinde, schreibt die Unia. Es gehe nicht um kleine Verstösse, sondern um massives und systematisches Unterbieten der hiesigen Löhne.

Die heutigen Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten bei Lohndumping seien ungenügend. Umso unverständlicher sei es deshalb, dass das AWA nicht einmal die bestehenden Möglichkeiten ausnütze. Es nehme Lohndumping damit fahrlässig in Kauf.