Raubkunst
Uni Zürich gibt zwei ägyptische Mumienporträts zurück

Die Universität Zürich ist in einen Fall von Raubkunst verwickelt. Das Institut für Archäologie hat den Rechtsnachfolgern des Berliner Verlegers Rudolf Mosse (1843-1920) zwei ägyptische Mumienporträts einer jungen Frau und eines jungen Mannes übergeben.

Merken
Drucken
Teilen
Die Uni Zürich fand erst 2015 heraus, dass es sich um Kunst aus der Mosse-Sammlung handelte. (Symbolbild)

Die Uni Zürich fand erst 2015 heraus, dass es sich um Kunst aus der Mosse-Sammlung handelte. (Symbolbild)

Keystone

Die beiden Objekte waren gemäss Mitteilung der Uni vom Dienstag der Tochter und dem Schwiegersohn von Rudolf Moss kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland 1933 widerrechtlich entzogen worden.

Später gelangten die auf Holz gemalten Porträts auf ungeklärtem Weg in den Besitz des von den Nazis verfolgten Schriftstellers Erich Maria Remarque. Die Universität hat die beiden Objekte im Jahr 1979 zusammen mit einer Gruppe von sieben weiteren Mumienporträts von Remarques Witwe für 220'000 Franken erworben.

Dass es sich um Kunst aus der Mosse-Sammlung handelte, fand die Universität erst 2015 durch eigene Forschung heraus und setzte sich mit den Rechtsnachfolgern in Verbindung. Diese haben sich nun bereit erklärt, der Uni im Austausch mit den beiden Objekten einen finanziellen Beitrag an deren Lehr- und Forschungstätigkeit zu leisten.

Die Archäologische Sammlung der Universität Zürich am Institut für Archäologie umfasst gemäss Mitteilung rund 6600 antike Objekte und 1500 Abgüsse antiker Skulpturen. Darunter befinden sich auch zwölf Mumienporträts.

Aufgrund der bisherigen Recherchen geht das Institut für Archäologie davon aus, dass es sich bei den übergebenen Werken um einen Einzelfall handelt.