Der Kantonsrat hatte im März zwei Postulate von CVP und SVP für dringlich erklärt, die "substanziell höhere Studiengebühren" für Studierende aus dem Ausland forderten. Nach den Vorstellungen der SVP sollten diese kostendeckend sein. Die CVP forderte zudem eine restriktive Vergabe von Stipendien an ausländische Studierende.

Die bürgerliche Mehrheit bezeichnete die Überprüfung der Gebühren angesichts der angespannten Kantonsfinanzen als dringlich. Die Universität Zürich werde zunehmend von Ausländern überschwemmt, die zu einem "Billigtarif" studieren könnten.

Im Zuge der Umsetzung der Bologna-Reform habe sich Zürich für ausländische Studierende zu einem beliebten Studienort entwickelt, räumt der Regierungsrat in seiner am Donnerstag publizierten Stellungnahme ein. Im vergangenen Jahr waren an der Uni Zürich 1789 Studierende für ein Grundstudium, 272 auf Masterstufe und 1406 Doktorierende eingeschrieben.

Für diese Studierenden entrichte der Bund 10 Prozent seines Grundbeitrages an die Universitäten, hält der Regierungsrat fest. 2009 habe dieser Beitrag an die Universität Zürich rund 8,8 Millionen Franken oder rund 4300 Franken pro Bildungsausländer auf der Bachelor-/Masterstufe betragen.

Doktoranden sind auch Steuerzahler

Von den über 40 Prozent ausländischer Doktorierenden haben laut Regierungsrat viele eine Anstellung an der Uni Zürich. Sie seien damit auch Steuerzahlende im Kanton. Eine Anhebung der Studiengebühr auf die Höhe der Beiträge der Interkantonalen Universitätsvereinbarung (IUV) würde faktisch zu einem Ausschluss dieser Studierenden führen.

Die Doktoratsstufe sei für den Wissenschaftsbetrieb der Universität Zürich von grundlegender Bedeutung, schreibt der Regierungsrat. Doktorierende seien Angehörige des akademischen Mittelbaus und damit eine der tragenden Säulen universitärer Forschung und Lehre.

Sehr hohe oder prohibitive Gebühren für ausländische Studierende seien auch vor dem Hintergrund der Beteiligung der Schweiz am Europäischen Bildungs- und Forschungsraum nicht gerechtfertigt. Ein Grossteil der ausländischen Studierenden stamme aus der EU. Gleichzeitig könne die Universität erhebliche Mittel aus dem Europäischen Bildungs- und Forschungsprogramm generieren.