Grundlage der Analyse bildeten die Löhne aller Professorinnen und Professoren zwischen 2005 und 2015. In diesem Zeitraum wurden an der Universität Zürich 706 Professorinnen und Professoren neu berufen.

Die Resultate der Analyse wurden am Mittwoch in der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) publiziert und liegen auch der Nachrichtenagentur sda vor.

Erarbeitet wurde die Analyse von der Soziologieprofessorin Katja Roth. Unterstützt wurde sie dabei von Betriebswirtschaftsprofessor David Seidl, vom Abteilungsleiter Professuren, Jörg Kehl, sowie der UZH-Gleichstellungskommission.

Bei den Einstiegslöhnen wurden laut Rost nur geringe Unterschiede festgestellt. Bei den ordentlichen Professuren seien die Differenzen etwas stärker ausgeprägt als bei den ausserordentlichen und bei den Assistenzprofessuren.

Rost erklärt sich das damit, dass unter den in die höchste Lohnklasse eingereihten, also bereits reputierten Neuberufenen, bis anhin fast ausschliesslich Männer zu finden sind.

Frauen schneller befördern

Ebenfalls untersucht wurden die Beförderungen, die auch aufgrund externer Rufe erfolgen können. Dabei zeigte sich, dass Beförderungen im Status von ausserordentlichen zu ordentlichen Professuren bei Frauen deutlich langsamer erfolgen.

Laut der Untersuchung ist das einerseits darauf zurückzuführen, dass sich Frauen weniger um externe Rufe bemühen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, insbesondere mit Familie, sei häufig mit einem Karriereknick der Frauen verbunden.

Andererseits erfolgten Statusbeförderungen oft auf die Initiative von Kollegen und Kolleginnen und weniger auf Eigeninitiative. Das könne zu genderspezifischen Unterschieden führen. In Fakultäten mit einem geringen Frauenanteil werden Frauen deutlich langsamer befördert als Männer.

Um die relativ niedrige Zahl von ordentlichen Professorinnen massgeblich zu steigern, empfiehlt Roth eine schnellere Beförderung von Professorinnen auf die Stufe ausserordentliche Professur. Darüber hinaus sei die Statusbeförderung von ausserordentlichen Professuren in allen Fakultäten systematisch zu prüfen.

Zwischen 2005 und 2015 betrug der Anteil der neu berufenen Professorinnen an der Uni Zürich 21 Prozent. Mit 13, beziehungsweise 14 Prozent war der Frauenanteil in der Medizinischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät deutlich tiefer.