Bei einem Gesamtumsatz von knapp 1,4 Milliarden Franken hat die UZH im vergangenen Jahr einen "kleinen Gewinn" von 2,1 Millionen Franken erzielt, wie Stefan Schnyder, Direktor Finanzen, Personal und Infrastruktur am Donnerstag sagte.

Die Zukunft sieht laut UZH-Rektor Michael Hengartner weniger rosig aus. So kürzt der Kanton Zürich seinen jährlichen Beitrag um 4 Millionen Franken, die Bundesbeiträge stagnieren und die Uni rechnet mit höheren Arbeitgeberbeiträgen für die Pensionskasse BVK.

Angesichts des Gesamtbudgets sei die Einsparung von 13 Millionen Franken moderat, sagte Hengartner. Es sei ein gesundes Abmagern, um die Uni "sportlich fitter" zu machen.

Wichtige Einnahmequelle: Drittmittel

Wenn die Grundfinanzierung stagniert oder gar zurückgeht, wird die Einwerbung von Drittmitteln immer wichtiger. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Summe von 202 Millionen auf 303 Millionen Franken. Wichtigste Einnahmequelle ist nach dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) das Forschungsrahmenprogramm der EU.

"Horizon 2020 ist einfach eine Erfolgsgeschichte", sagte Hengartner. Im letzten Programm habe die Schweiz mehr Geld zurückgeholt, als beigetragen. Nach der Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative ist die Beteiligung der Schweiz in der Schwebe. Die erhaltenen Beiträge sind schon massiv zurückgegangen.

Neben dem finanziellen Ausfall droht aber noch weiterer Schaden, denn Horizon ist laut Hengartner ein prestigeträchtiges Instrument, quasi die "Champions League der Forschung". "Wenn wir da raus fallen, ist das nicht zu ersetzen", sagte der Rektor. Das Protokoll zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien müsse fristgerecht unterzeichnet werden, betonte er.

Transparenz beim Sponsoring

Weitere wichtige Drittmittel kommen aus Spenden. Hier hat die UZH dazugelernt und setzt auf Transparenz. Die Rahmenbedingungen für Stiftungsprofessuren sollen offen kommuniziert werden. "Wenn man dazu stehen kann, kann man es auch offen legen", sagte Hengartner. In der Vergangenheit habe man das manchmal "suboptimal gemacht".

Nachdem die UZH 2012 einen Sponsoring-Vertrag mit der UBS abgeschlossen hatte, verlangten zwei Journalisten Einsicht in den Vertrag. Die Grossbank finanziert mit 100 Millionen Franken den Ausbau der Forschung in den Wirtschaftswissenschaften. Die Uni verweigerte zunächst die Offenlegung.

Mehr Medizinstudienplätze

Die Studierendenzahl ist mit 25'358 gegenüber dem Vorjahr (25'634) leicht zurückgegangen. Nach dem starken Anstieg in den 1990er Jahren, sei man froh über die Stabilisierung in den vergangenen Jahren, sagte Schnyder. Das Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Professoren habe sich an allen Fakultäten verbessert.

Einen deutlichen Zuwachs bei den Studierenden gab es in den vergangenen fünf Jahren in der Medizin sowie bei den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), die um 20 beziehungsweise 22 Prozent zugelegt haben.

Weil die Zahl der in der Schweiz ausgebildeten Ärzte den Bedarf nicht deckt, braucht es mehr Studienplätze für Humanmedizin. Es sei notwendig, mit anderen Hochschulen zu kooperieren und einen Teil der Ausbildung an anderen Standorten zu machen, sagte Hengartner.

Dazu braucht es nicht nur Unis sondern auch Plätze für die klinische Ausbildung, etwa an den Kantonsspitälern Luzern und St. Gallen. Noch sei nicht alles spruchreif, sagte der Rektor. Bis zum Sommer will er jedoch Details präsentieren. Er geht davon aus, dass eine zweistellige Zahl zusätzlicher Studienplätze geschaffen werden kann. Zurzeit gibt es an der UZH 300 Plätze für Humanmedizin.