Kurz nach der grossen Pendlerspitze gegen 8.30 Uhr galt es ernst: Ein Tramzug war bei der Tunneleinfahrt in Zürich-Schwamendingen vermeintlich mit einem grösseren Gegenstand kollidiert. Dabei wurden mehrere Fahrgäste verletzt. Das Fahrzeug war gemäss dem Szenario nicht nur verkeilt, es entstand auch eine starke Rauchentwicklung.

Diese führte schliesslich sogar zu einem wirklichen Ernstfall: Der Rauch der Notfallübung entwich aus dem Tunnel in den nahegelegenen Schöneich-Strassentunnel, wie die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) in einer Mitteilung schreiben. Dadurch wurde dieser automatisch für den Verkehr gesperrt. Nach 20 Minuten konnte der Tunnel aber wieder freigegeben werden.

"Damit haben wir nicht gerechnet", sagte VBZ-Mediensprecher Thomas Rieser gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die Einsatzkräfte seien ernsthaft gefordert und die Nerven der Verkehrsteilnehmenden zusätzlich auf die Probe gestellt worden. "Eigentlich war das Szenario schon Herausforderung genug für die Beteiligten, aber wir sind froh um die Erkenntnisse daraus."

Für die Sicherheit unerlässlich

Über 100 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, des Rettungsdienstes von Schutz & Rettung, der Stadtpolizei und der Verkehrsbetriebe waren am Grosseinsatz beteiligt. Die Übung unter realen Bedingungen sei äusserst lehrreich gewesen, schreiben die VBZ in einer ersten Bilanz. Auch die Bergung der Verletzten habe sehr gut geklappt.

"Es ist für die Sicherheit unerlässlich, regelmässig einen Unfall in einem Tunnel zu üben", sagte Rieser. Neben der Einsatzfähigkeit der Beteiligten wurden auch die Installationen, die internen Abläufe sowie die Zusammenarbeit kontrolliert. Um 10.30 Uhr verkehrten die Trams wieder, auch auf den Strassen kehrte langsam wieder Ruhe ein.

Der Ersatzbusbetrieb für die Tramlinien 7 und 9 war aber wegen der entstandenen Verkehrsbehinderungen auf der Strasse etwas ins Stocken geraten. Und auch die Fahrgastinformation und Kundenlenkung sei herausfordernd gewesen, schreiben die VBZ. "Wir müssen die Details nun genau anschauen und Erkenntnisse daraus ziehen", sagte Rieser.

Der Tramtunnel Schwamendingen ist mit einer Länge von 2,5 Kilometern das einzige grössere Tunnelbauwerk auf dem VBZ-Netz. Die Züge fahren auf diesem Abschnitt nicht wie sonst üblich auf Sicht, sondern mit einer Zugsicherung und höheren Geschwindigkeiten. Das Bundesamt für Verkehr hat deshalb dort immer wieder bauliche Anpassungen und zusätzliche Sicherheitsinstallationen verlangt.