Fast drei Jahre hat es gedauert. Jetzt dürfen neue Bahnschranken entlang der Glattalbahnstrecke gebaut werden. Fünf Kreuzungspunkte zwischen Strasse und Stadtbahn haben die Betreiber der Glattalbahn im Fokus.

Die erste Kreuzung, die nun mit Barrieren nachgerüstet wird, befindet sich am Rande von Wallisellen unweit der Glattalbahnhaltestelle Herti. Dort soll die Ecke Weststrasse/Hertistrasse in wenigen Wochen schon besser gesichert sein. Bislang werden die Verkehrsströme «nur» durch eine Lichtsignalanlage geregelt. Seit gestern sind dort Bauarbeiter daran, Löcher und Gräben für zusätzliche Bahnschranken auszuheben. Nicht nur die Strasse, auch der Fussgängerübergang nebenan wird mit rot-weissen Schranken ausgestattet. Viele Arbeiten können tagsüber ausgeführt werden, heisst es seitens der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG), dennoch sind drei Nachtschichten eingeplant, wenn es schliesslich darum geht, die Fahrleitungen anzupassen (27./28. und 28./29. März) und den Strassenbelag auf der Kreuzung einzubauen (5./6. April).

Es hat immer wieder gekracht

An dieser Stelle, wo jetzt als Erstes nachgerüstet wird, hatte es im November 2016 letztmals gekracht. Ein Automobilist war damals kurz nach dem Mittag mit einer Glattalbahn kollidiert. Es kam zu Blechschaden, der Fahrer blieb unverletzt. Aber längst nicht alle Kollisionen verliefen so glimpflich. Vor allem auf den Übergängen an der Flughofstrasse in Glattbrugg kam es besonders in den ersten Jahren nach der Einweihung der Glattalbahn öfter und zuweilen auch spektakulär zu Unfällen. Wie Anfang April 2013, als an der Ecke Flughofstrasse/Rohrstrasse eine 24-jährige Automobilistin mit ihrem Fahrzeug vor eine Cobra-Komposition geriet und vom 30 Tonnen schweren Tram gegen einen Baum und ein Geländer gedrückt wurde. Die Frau wurde damals mit schweren Verletzungen geborgen. Nur unweit davon entfernt an derselben Strasse war ein paar Wochen zuvor eine 51-jährige Fussgängerin beim Überqueren der Gleise von einem Tram erfasst worden und noch auf der Unfallstelle gestorben.

Diese Massnahmen wurden ausprobiert:

Schon damals ertönte der Ruf nach Schranken. Doch die Verantwortlichen setzten an den fünf heikelsten Kreuzungen zunächst auf giftgrüne Farbe auf dem Strassenbelag. Es war eine von mehreren niederschwelligen Massnahmen, um die vorab unaufmerksamen Verkehrsteilnehmer auf die Gefahren der neuen Stadtbahn hinzuweisen.

In den allermeisten Fällen war gemäss Polizei und Bahnbetreiber nämlich Unachtsamkeit Schuld an den Kollisionen. Deswegen hatten die VBG-Verantwortlichen zunächst auch die Fronten ihrer Tramkompositionen auffälliger gestaltet und zusätzliche LED-Warnlichter an heiklen Kreuzungen anbringen lassen. Der erhoffte Erfolg blieb jedoch aus. Und so entschloss man sich bereits vor knapp drei Jahren für die Nachrüstung ebendieser fünf Kreuzungen mit Schranken. Nebst dem einen Standort in Wallisellen sollen so auch drei weitere Standorte auf Opfiker Stadtgebiet und einer in Dübendorf gesichert werden.

Unfallzahlen zurückgegangen

Seit der Ankündigung sind die Unfallzahlen nun deutlich zurückgegangen. Zuletzt pendelte sich die Unfallzahl auf rund der Hälfte des einstigen Rekordjahres 2013 ein. Damals zählte man über 14 Unfälle pro 1 Million gefahrener Kilometer. Die inzwischen auf 36 km/h reduzierte Geschwindigkeit auf den neuralgischen Kreuzungen sowie auch der Gewöhnungseffekt der Bevölkerung trügen zu dieser positiven Entwicklung bei, heisst es seitens der Verantwortlichen. Im laufenden Jahr hatten die VBG auf dem Streckennetz der Glattalbahn bislang noch keinen Unfall zu verzeichnen.