Realisiert wird das Bildungs- und Forschungszentrum für Nutztiere bei der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof gemeinsam mit der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich (UZH) und der ETH Zürich. Damit werden landwirtschaftliche Ausbildung, Agrarwissenschaft und Veterinärmedizin eng miteinander verknüpft.

Alle drei Institutionen sind mit dem gleichen Problem konfrontiert: Am Strickhof erfüllen die vor 37 Jahren errichteten Stallungen die heutigen Anforderungen nicht mehr. Für die Stallungen der UZH auf dem Landwirtschaftsbetrieb Stigenhof in Oberembrach und die Forschungsstation Chamau in Hünenberg ZG der ETH besteht ebenfalls dringender Sanierungsbedarf.

Das Konzept sei zukunftsweisend, sagte Pierre Dalcher (SVP, Schlieren), Präsident der Kommission für Planung und Bau (KPG). Durch die Zusammenlegung der drei landwirtschaftlichen Betriebe könnten die beteiligten Ausbildungsstätten ihre Tierbestände um rund einen Drittel und die Betriebskosten um rund 200'000 Franken jährlich reduzieren.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 58 Millionen Franken. Finanziert wird es je hälftig durch Bund (ETH) und Kanton (Strickhof und UZH). Die ETH baut ein Stoffwechselzentrum sowie ein Büro- und Laborgebäude.

Viel Lob für das Projekt

Der Kantonsanteil von 29 Millionen Franken war im Rat unbestritten. Der Standort bei der Landwirtschaftlichen Schule biete den beteiligten Institutionen ein ideales Umfeld für Forschung, Aus- und Weiterbildung, anerkannte Martin Haab (SVP, Mettmenstetten). Mit dem ausgereiften Projekt würden neue Massstäbe gesetzt.

Der Strickhof habe in den letzten Jahren an Reputation gewonnen, stellte Monika Spring (SP, Zürich) fest. Mit dem Ausbau werde ein Kompetenzzentrum mit internationaler Ausstrahlung geschaffen. Die SP stehe mit Überzeugung hinter dem Projekt.

Die Synergien zwischen Uni, ETH und Landwirtschaftsbetrieb sind auch aus Sicht von Edith Häusler (Grüne, Kilchberg) vielversprechend. Sie hätte sich jedoch eine stärkere Ausrichtung auf die alternative Tiermedizin gewünscht.

Das Grossprojekt habe das Potenzial, "eine Chance für die Zukunft einer bäuerlichen Tierhaltung zu werden", sagte der Turbenthaler Landwirt Urs Hans (Grüne). Allerdings müssten den Versprechungen der Exponenten der veterinärmedizinischen Forschung von Uni und ETH entsprechende Taten folgen.

Der Objektkredit wurde mit 167 zu 0 Stimmen gutgeheissen. Da das Projekt der Ausgabenbremse unterlag, brauchte es mindestens 91 Stimmen. (sda)