Wie gelingt ein guter Umgang mit Suchtmitteln und wie erlernen Jugendlichen diesen? Welche Rechte hat ein Tier? Und wie kann verhindert werden, dass Jugendliche religiös radikalisiert werden? Über diese und andere Themen wie nachhaltige Ernährung, politische Bildung im Schulunterricht sowie das Stimmrecht debattieren am Samstag die Jugendparlamentarier des Kantons Zürich an ihrer ersten der zwei Mal jährlich stattfindenden Sitzung.

Mit mittlerweile 121 Mitgliedern gehört das Jugendparlament seit seiner Gründung im vergangenen Oktober bereits zum grössten der Schweiz. Zugelassen sind alle 12- bis 21-Jährigen, die im Kanton Zürich wohnen – egal welcher Nationalität.

Viele Stunden Vorarbeit

Bevor sich die Jugendlichen nun am Samstag in ihren thematischen Kommissionen im Zürcher Rathaus für ihre Debatten zusammenfinden, hat eine 12-köpfige Arbeitsgruppe des Jugendparlamentes seit vergangenem Herbst viele Stunden Arbeit in die Vorbereitungen für die erste Jugendparlamentssitzung investiert, wie Dominic Täubert, Co-Präsident des Jugendparlamentes und Hauptleiter der Parlamentssitzung, sagt.

Die Jugendlichen werden am Vormittag in den Kommissionen über die sechs im Vorfeld definierten Themen beraten: «Im optimalen Fall entstehen daraus sechs Forderungen, die wir der Öffentlichkeit oder dem Zürcher Kantonsrat übergeben können», sagt Täubert. Damit diese weiterverfolgt werden können, reicht bei der Abstimmung das einfache Mehr der Jugendparlamentarier.

Politische Erfahrung sammeln

Die Mitglieder konnten sich im Vorfeld nach eigenem Interesse für eine der sechs Kommissionen eintragen. «Die Kommissionen werden von Sitzung zu Sitzung variieren», sagt Täubert. Anders als das Kantonsparlament versuchen die Jugendlichen auf feste Kommissionen sowie Fraktionen zu verzichten: «Wir möchten Sach- und keine Parteipolitik betreiben», so Täubert. Natürlich gäbe es Jugendparlamentarier die bereits einer Partei angehören und entsprechende Argumente in die Debatten einfliessen lassen werden.

Dennoch sollen laut Täubert die sachlichen Diskussionen und die daraus abgeleiteten Forderungen im Fokus stehen. Hauptziel des Parlamentes ist, dass Jugendliche erste politische Erfahrungen sammeln können und die demokratischen Prozesse kennenlernen.

Neben den 121 Jugendparlamentariern sind am Samstag auch die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) und Vize-Kantonsratspräsidentin Yvonne Bürgin (CVP) bei der Sitzung anwesend. Ihr werden die Jugendlichen die Forderungen nach den Abstimmungen übergeben. Welche Vorstösse später im Zürcher Parlament behandelt werden, entscheiden die zuständigen Kommissionen im Kantonsrat.