Martin Graf setzt auf Verlässlichkeit und Stabilität. Diese Werte gelte es in der Direktion der Justiz und des Inneren zu gewährleisten, sagte Graf beim Wahlkampfauftakt am Montag in Zürich.

Auf diese baut er jedoch auch als Mitglied der Gesamtregierung, an der er den gegenseitigen Respekt und den Zusammenhalt im Team schätze.

Nur mit einem geschlossenen Auftritt der Regierung könnten Ziele gemeinsam erreicht werden. "Wir stehen vor grossen Herausforderungen", sagte Graf. Statt auf das Gesellschaftsmodell "Wachstum und Konkurrenz" zu setzen, das Gewinner und Verlierer produziere, gelte es, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken, denn davon profitierten alle.

"Erfolgreicher Praktiker"

Um mit Martin Graf gut zusammenarbeiten zu können, müsse man nicht gleicher Meinung sein, sagte Thomas Hardegger, SP-Nationalrat und Gemeindepräsident von Rümlang. Graf sei ein Mensch, der seinem Gegenüber mit Respekt begegne und andere Meinungen ernst nehme.

Ausserdem sei Graf als ehemaliger Stadtpräsident von Illnau-Effretikon sowohl auf Gemeindeebene als auch auf kantonaler Ebene ein erfolgreicher Praktiker.

Die zentralen Herausforderungen für den Kanton und die Gemeinden sieht Graf in den kommenden Jahren in der Weiterführung eines Service public von hoher Qualität. Eine weitere Erosion der Einnahmeseite könne nicht hingenommen werden.

Erwartungshaltungen ohne Zahlungsbereitschaft, hohe Leistungen zum Nulltarif gebe es nicht. "Wer bestellt, muss auch bezahlen" sagte Graf. Was gar nicht gehe, sei das Abschieben von Lasten auf andere, beispielsweise im Sozialwesen oder in der Migration. Politik verlange Verantwortungsbewusstsein.

"Ausdauer und Gradlinigkeit bewiesen"

Bei seiner Kandidatur vor vier Jahren sei sie überrascht gewesen über den unkonventionellen Kandidaten Martin Graf, sagte Judith Stofer, Kantonsrätin AL. In den vergangenen vier Jahren habe er Ausdauer und Gradlinigkeit bewiesen.

Für seine Wiederwahl wirbt Graf nicht nur mit Plakaten und Inseraten im neuen einheitlichen Erscheinungsbild der Grünen Schweiz. Jeden Samstag präsentiert er per Video auf Facebook und auf seiner Homepage seine Haltung zu einem aktuellen Thema - und zwar "klar und authentisch", wie sein Wahlkampfmotto verspricht.

Aus Grüner Sicht sei es wichtig, das Viererticket Martin Graf, Jacqueline Fehr (SP), Mario Fehr (SP) und Markus Bischoff (AL) zu wählen, sagte Marionna Schlatter, Präsidentin der Grünen Kanton Zürich.

Auf bürgerlicher Seite treten die bisherigen Ernst Stocker (SVP), Markus Kägi (SVP), Thomas Heiniger (FDP) und die Kandidatinnen Carmen Walker Späh (FDP) und Silvia Steiner (CVP) als "Top 5" an. Ins Rennen gehen ausserdem die Kantonsräte Nik Gugger (EVP) und Marcel Lenggenhager (BDP).