Bezirksgericht Zürich

Über sechs Jahre Freiheitsentzug für jugendlichen Gewalttäter

Geprügelt und geschossen (Symbolbild)

Geprügelt und geschossen (Symbolbild)

Das Bezirksgericht Zürich hat am Mittwoch einen 20-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und vier Monaten verurteilt. Er hatte in Kloten einen Fussballer niedergeschlagen und mit einer Pistole auf einen Gleichaltrigen geschossen.

Der Beschuldigte hatte Ende Juni 2011 an einem Fussballturnier in Kloten einen gegnerischen Spieler brutal verprügelt. Dabei schlug er diesen nieder und trat dem am Boden liegenden Opfer in dessen Rücken und in den Hinterkopf. Später hatte er das Opfer auch noch mit dem Tode bedroht.

Am 10. Oktober 2011 kam es in Zürich-Oerlikon noch schlimmer. Der Beschuldigte zückte während einer Schlägerei mit einer verfeindeten Gang seine Pistole und gab auf einen Gegner mehrere Schüsse ab. Dabei traf er den Kontrahenten in der linken Kniekehle. Ein zweiter Schuss streifte den linken Unterschenkel.

Anklage forderte 10 Jahre Freiheitsentzug

Die Staatsanwältin forderte für den 20-Jährigen eine Verurteilung wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe von zehn Jahren.

Der Beschuldigte selber machte Notwehr geltend und verlangte einen Freispruch vom Hauptvorwurf. Ein psychiatrisches Gutachten, das eine Arbeitserziehung mit einem Lehrabschluss empfohlen hatte, lehnte er entschieden ab.

Verteidiger fordert sofortige Haftentlassung

Trotz des psychiatrischen Gutachtens, das nicht nur eine Rückfallgefahr prognostizierte, sondern auch dem Täter eine Missachtung von Normen und gewaltbereites Handeln attestierte, forderte der Verteidiger eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren und damit die sofortige Haftentlassung seines Klienten.

Das Gericht sah dies jedoch anders: Es verurteilte den Beschuldigten wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Drohung. Zu den Pistolenschüssen führte der Gerichtsvorsitzende aus: "Es ging alleine um Vergeltung und Macho-Gehabe". Der Richter bedauerte, dass der Beschuldigte eine Massnahme für junge Erwachse abgelehnt hatte und sagte zum Schluss: "Dann gehen sie halt in den Knast."

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