Betroffen sind gemäss UBS-Angaben primär die Unterstützungsfunktionen der Investmentbank: Informatiker, Juristen, verarbeitende Bereiche. Geografisch treffe der Abbau vor allem die UBS-Standorte in der Zürcher City, in Zürich Altstetten und im Zürcher Vorort Opfikon.

Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) begrüsst zwar den Umbau des Investment-Bankings grundsätzlich. Angesichts des hohen operativen Gewinns sei aber auf vorschnelle Entlassungen zu verzichten, heisst es in einem SBPV-Communiqué. Schliesslich stehe die UBS gegenüber der Schweizer Gesellschaft, die vor vier Jahren das Überleben der Bank ermöglichte, in einer besonderen Verantwortung. Als Alternativen zu Entlassungen sieht der SBPV die Reduktion überrissener Bonuszahlungen, Umschulungen, weniger Überstunden, Kurzarbeit und die Reduktion von Arbeitspensen auf freiwilliger Basis.

Ortstermin vor dem UBS-Sitz in Zürich Altstetten: Unter den wenigen Angestellten, die gegenüber der «Nordwestschweiz» Stellung nehmen, scheint angesichts des drohenden Stellenabbaus Fatalismus zu herrschen: «Man wusste ja, dass es so kommt», ist zu hören, und: «Man hofft natürlich, dass man selber nicht betroffen ist.»

Besonders schwierig werde es für Leute ab 50, meint ein älterer UBS-Angestellter. Sorgen bereitet ihm auch der Abbau im zentralisierten IT-Bereich: «Das wird Probleme bereiten. Wenn die Informatik nicht mehr funktioniert, geht gar nichts mehr.»

Ein Prokurist mit amerikanischem Akzent beurteilt den Abbau als nicht so dramatisch. «Natürlich ist es schrecklich für die die Leute, die jetzt wieder auf den Arbeitsmarkt müssen», sagt er. «Aber von meinen Kollegen, die bereits ihre Stelle verloren, haben 90 Prozent einen neuen Job - und sind glücklich!» Der Banker zeigt sich überzeugt: «Nach diesem Abbau werden wir eine gesündere UBS haben.» Und: «Viele der Stellen, die jetzt abgebaut werden, übernehmen wahrscheinlich externe Dienstleister, die ihre Dienstleistungen dann der UBS anbieten.» Billiger werde es dadurch für die Grossbank allerdings nicht.

Zulasten des Staates

Nach der Stimmung beim UBS-Personal gefragt, zitiert Rolf Butz, Geschäftsleiter des Kaufmännischen Verbands Zürich, aus der E-Mail eines Kaders der Grossbank: Es herrsche Orientierungslosigkeit, Verunsicherung, Verwirrung - und zu viel rücksichtslose, nicht nachhaltige angelsächsische Kultur. «Zum Glück gibts noch ein Leben ausserhalb der Bank.»
Butz fügt an: «Die entlassenen Investmentbanker dürften wieder Jobs finden. Aber aus dem Backoffice- und IT-Bereich kommen viele Leute in Schwierigkeiten.» Und die Arbeitslosigkeit ginge dann wieder zulasten des Staates.