Seit über einem Jahr bietet Uber seine Dienste in der Limmatstadt an. Erst war es nur der Limousinenservice «Uber Black», seit vergangenem Sommer werden auch normale Taxis vermittelt («UberX»). Vergangene Woche schliesslich hat das Unternehmen «Uber Pop» in Zürich lanciert – und ermöglicht damit praktisch jedem Autobesitzer und jeder Autobesitzerin, sich mit Fahrdiensten ein Nebeneinkommen zu erarbeiten.

Für «UberX» allerdings müssen die Fahrer über eine Bewilligung für Personentransporte verfügen. Die Anforderungen an die neuen Gelegenheitsfahrer von «Uber Pop» sind vergleichsweise tief: Sie müssen 21 Jahre alt sein und einen Führerschein besitzen. Zudem verlangt Uber einen blanken Strafregisterauszug.

Deutlich günstiger

Im Vergleich zu den bisherigen Angeboten ist «Uber Pop» noch einmal deutlich günstiger: So kostet beispielsweise eine Fahrt vom Bellevue zum Prime Tower etwa zehn bis zwölf Franken – was rund der Hälfte des Zürcher Taxitarifs entspricht. Zur Nutzung des Dienstes unabdingbar ist ein Smartphone. Mit der Uber-App wird der Fahrer bestellt und die Zahlung abgewickelt. Eine Telefonzentrale, die bei Taxi-Unternehmen üblich ist, gibt es nicht. Für seine Vermittlungsdienste kassiert Uber 20 Prozent der Fahrtkosten.

Für die Taxibranche, welche die Konkurrenz aus Übersee von Anfang an kritisch beäugt hat, scheint der jüngste Ausbau des Angebots das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben. Patrick Favre, der Präsident der Astag-Untergruppe Taxisuisse, kündigte gegenüber der «Schweiz am Sonntag» die Einleitung von rechtlichen Schritten gegen Uber an. Mit der Lancierung von «Uber Pop» sei «eine Grenze überschritten worden».

Alle zwei Wochen einmal

Uber hingegen stellt sich auf den Standpunkt, dass alle in der Schweiz angebotenen Dienste legal seien – auch «Uber Pop». Tatsächlich darf in der Schweiz grundsätzlich jeder, der mindestens 21 Jahre alt ist und einen Führerausweis besitzt, Personen gegen Entgelt transportieren. Dies aber nur in bescheidenem Ausmass, konkret alle zwei Wochen einmal. Sonst gilt es als gewerbsmässiger Transport. Die Überprüfung dieser Vorschrift dürfte in der Praxis aber schwierig sein, da einem Fahrgast ja nicht anzusehen ist, ob er den Fahrer bezahlt, und einem Fahrer wiederum ist nicht anzusehen, wie häufig er für Uber unterwegs ist.

In Deutschland wurde «Uber Pop» deswegen gerichtlich untersagt. In der Schweiz, und damit auch im Kanton Zürich, dürfte das Angebot hingegen nicht so leicht zu verbieten sein. Der Zürcher Stadtrat hat es kürzlich in seiner Stellungnahme abgelehnt, die Taxiverordnung zu überarbeiten. Anbieter wie Uber würden nach Ansicht des Stadtrates sowieso nicht unter die Verordnung fallen – da die darüber vermittelten Fahrzeuge ohne spezielle Kennzeichnung und Taxikennlampe unterwegs seien. Dementsprechend bleibe ihnen auch ein Privileg der echten Taxis verwehrt: Sie dürfen nicht auf den Taxiabstellplätzen auf Kundschaft warten. Trotzdem bleibt Uber vor einer strengeren Regulierung möglicherweise nicht verschont: Die Zürcher Regierung arbeitet zurzeit auf Geheiss des Kantonsrates ein Taxigesetz aus. Laut der Stellungnahme des Zürcher Stadtrates biete sich dabei die Gelegenheit, den «neuen Entwicklungen Rechnung zu tragen».