Veloverleih
Über 150 Stationen bis Sommer 2019: Veloverleihsystem «Züri Velo» wird endlich eröffnet

Den privaten Leihveloanbietern zum Trotz: Die Stadt Zürich hat am Freitag zum Auftakt des "Urban Bike Festival" das Veloverleihnetz "Züri Velo" eröffnet - nach jahrelanger Verzögerung. Bis Sommer 2019 sollen knapp 2300 Velos an über 150 Stationen aufgestellt werden.

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Das Netz "Züri Velo" wird schrittweise ausgebaut. Im Sommer 2019 soll es dann komplett bereitstehen. (Symbolbild)

Das Netz "Züri Velo" wird schrittweise ausgebaut. Im Sommer 2019 soll es dann komplett bereitstehen. (Symbolbild)

Keystone

Das Veloverleihsystem geht auf einen Vorstoss im Zürcher Stadtparlament aus dem Jahr 2007 zurück. 2015 erhielt dann die national tätige PostAuto-Tochter PubliBike AG den Zuschlag, wegen eines Rechtsstreits blieb die Realisierung aber noch weitere zwei Jahre blockiert.

In dieser Zeit sei viel passiert, sagte Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) am Freitag an der Eröffnung und sprach von einem "wichtigen Moment für Zürich in Sachen Velo". Mit LimeBike, OBike und Smide drängten private Leihveloanbieter in den Markt, zudem hat sich die Technologie verändert. "Wir haben eine Technologie übersprungen." Inzwischen funktioniert die Ausleihe App-basiert und E-Bikes verbreiten sich rasend schnell.

Leutenegger glaubt, dass sich "Züri Velo" unter anderem aufgrund seiner Masse und seiner Verlässlichkeit im Markt durchsetzen kann. "Ich finde es aber bereichernd, dass wir verschiedene Systeme haben", sagte er. "Jetzt findet man überall ein Velo."

Bis Sommer 2019 rund 2300 Velos

Im März 2018 begann die Installation der ersten gut 30 der geplanten 150 Stationen. Das Netz "Züri Velo" wird nun schrittweise ausgebaut: Als Nächstes folgen bis im Juni 30 bis 40 zusätzliche Stationen zwischen dem Seebecken und Altstetten, bevor das Netz im Sommer 2019 mit 2250 Fahrrädern - die Hälfte davon E-Bikes - an über 150 Stationen komplett bereitstehen soll.

Laut Bruno Rohner, Geschäftsleiter der PubliBike AG, soll alle 200 bis 400 Meter eine Velostation entstehen - also in Gehdistanz. Denn die Fahrräder müssen, nicht wie bei anderen Anbietern, an eine Station zurückgebracht werden.

Rohner betonte ausserdem, dass sein System den Velofahrern keine Veloparkplätze wegnimmt, da sie für ihre Stationen den öffentlichen Raum nutzen dürfen. Zudem sei Ordnung ein wichtiger Punkt für sie.

Den Betrieb inklusive Wartung übernimmt im Auftrag von PubliBike die Arbeitsintegration der Sozialen Einrichtungen und Betriebe (SEB) der Stadt Zürich.

Für die Stadt Zürich entstehen keine Kosten, da "Züri Velo" über Sponsoringbeiträge, Werbung und Kundeneinnahmen finanziert wird. Zugang gibt es via App, Internet, SwissPass und Kreditkarten.

Die Kundendaten werden gespeichert, aber nicht weiterverwendet. Laut Leutenegger ist die Stadt aber daran interessiert, das Verhalten der Velofahrer zu analysieren. Dazu werden die Daten anonymisiert verwendet.

Schutz vor Tramschienen

Die Velos verfügen über 20-Zoll-Räder und die 55 mm breiten Reifen bieten Schutz vor Tramschienen. Die Velos sind mit einer stufenlosen Nabenschaltung, hydraulischen Scheibenbremsen und LED-Dynamo-Beleuchtungen ausgerüstet. Der Elektroantrieb der E-Bikes unterstützt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Eine Helmtragepflicht besteht nicht.