Entsorgung
"Tüpflischiisserei" – Zürcherin soll 270 Franken für falsch bereitgestellten Karton bezahlen

Weil sie ihre Kartonbündel nicht korrekt bereitstellte, soll eine Zürcherin 270 Franken bezahlen. Die Frau ist fassungslos. Im SRF-Konsumentenmagazin Espresso bezeichnet sie das Vorgehen von Entsorgung und Recycling Zürich als "Tüpflischiisserei".

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In Zürich gelten klare Vorschriften, wie man Karton bereitzustellen hat. (Symbolbild)

In Zürich gelten klare Vorschriften, wie man Karton bereitzustellen hat. (Symbolbild)

Keystone

Eine Zürcherin erhielt ohne Vorwarnung eine Busse von 270 Franken, weil sie ihre Kartonbündel falsch entsorgt habe. Unverständlich, findet die Frau. "Karton in Karton, schön ordentlich ineinandergelegt, zugemacht und hinausgestellt", erklärt sie ihr Vorgehen dem SRF-Konsumentenmagazin Espresso.

Am Folgetag klingelte die Stadtpolizei Zürich an ihrer Tür. Sie habe gegen die Vorschriften verstossen und erhalte deshalb eine Busse. Später flatterte gar noch ein Strafbefehl vom Statthalteramt des Bezirks ins Haus. Zu bezahlen: 120 Franken Busse und zusätzlich 150 Franken für die Gebühren.

"Tüpflischiisserei"

Als "Tüpflischiisserei" bezeichnete die Zürcherin das Geschehen. Sie ging davon aus, dass die Kartonsammler ihren Stapel nicht mitnahmen, weil er nicht verschnürt war. Dass sie dafür ohne Vorwarnung 270 Franken bezahlen soll, kann sie nicht verstehen. Sie würde immer alles korrekt entsorgen. Es gebe ganz andere Fälle, um die man sich kümmern müsste, sagt sie.

Anderer Meinung ist man bei Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ). "Fehlbare Kunden werden teilweise schon zunächst verwarnt. Wenn aber ganz klar sichtbar sei, dass entweder anderer Abfall im Karton oder der Karton falsch bereitgestellt worden sei, werde direkt eine Busse ausgesprochen", sagt ERZ-Sprecherin Leta Fili zu "Espresso".

Andere Städte kulanter

Es gebe zudem auf der Website und der App von ERZ Merkblätter über die korrekte Bereitstellung von Abfall. Karton muss gefaltet und geschnürt an die Strasse gestellt werden. Ansonsten sei die Gefahr gross, dass auch anderer Abfall im Karton entsorgt werde.

Wie eine Umfrage des Konsumentenmagazins zeigt, ist man in anderen Städten kulanter. An den meisten Orten würden Falschentsorger zuerst verwarnt. Die Geldstrafen sind zudem niedriger. Zwar ist auch andernorts die Entsorgung von Karton in Schachteln verboten, doch drücken die Kartonsammler gelegentlich ein Auge zu.