Bahnverkehr
«Tunnelstrategie» gefordert:: Zürcher Verkehr soll in den Untergrund

Die Zürcher Regierung soll in der Verkehrsplanung vermehrt den Untergrund einbeziehen. Der Kantonsrat hat ein Postulat der FDP mit 93 zu 81 Stimmen überwiesen, das vom Regierungsrat eine «Tunnelstrategie» fordert. SVP, CVP und BDP votierten dafür.

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Einfahrt in den Schöneichtunnel.

Einfahrt in den Schöneichtunnel.

Keystone

"Es ist offensichtlich, dass die immer grösser werdenden Ansprüche an das Verkehrsnetz auch vor dem Untergrund nicht Halt machen", sagte Erstunterzeichnerin Carmen Walker Späh (FDP). Es brauche deshalb eine Gesamtnetzbetrachtung, eine "Raumplanung in den Untergrund".

Gefordert werden Netzbetrachtungen für den Schienenverkehr sowie für das Auto, wobei auch wirtschaftliche Überlegungen einfliessen sollen. Bei der Umsetzung des Postulats soll der Regierungsrat mit den Städten Zürich und Winterthur zusammenarbeiten.

Obschon das Thema eigentlich Teil des Verkehrsrichtplans sei, unterstütze die SVP das Anliegen, sagte Hans-Heinrich Heusser (Seegräben). Eine solche Strategie könne durchaus hilfreich sein.

Cornelia Keller (BDP, Gossau) lobte den Vorstoss als "fast schon visionäres Postulat". Es mache Sinn, dass die "Tunnelstrategie" geprüft werde. Diese könnte laut Keller auch einen "Ansatz zur Entspannung" im Verkehr aufzeigen.

"Eine Tunnelstrategie für den Tunnelblick"

Ganz anders tönte es auf der linken Ratsseite. Die FDP wolle das Verkehrsproblem nicht lösen, sondern in den Untergrund verlagern, sagte Gabi Petri (Grüne, Zürich). "Man nennt das auch Greenwashing." In der Stadt Zürich mit ihren zahlreichen Tramhaltestellen seien U-Bahnen zudem das falsche Verkehrsmittel.

Unterirdisch zu bauen berge Risiken, warnte Sabine Ziegler (SP, Zürich): "Gerade in der Stadt Zürich sitzen wir im Grundwasser, da können wir nicht bauen. Eine Tunnelstrategie sei "bestimmt nur für den Tunnelblick gut", witzelte sie.

"Der Zug ist abgefahren", stellte Gerhard Fischer (EVP, Bäretswil) fest. Eine Tunnelstrategie wäre interessant, doch nun sei sie wirklich nicht mehr nötig. Seit Monaten werde in den kantonsrätlichen Kommissionen der Richtplan diskutiert. "Was wollen wir denn noch mehr?"