Nelson Pub

Türsteher werfen schwules Paar raus – wie unschuldig war der vermeintliche Kuss?

Geküsst oder Gefummelt?

Geküsst oder Gefummelt?

Ein homosexuelles Paar wurde aus dem Nelson Pub rausgeschmissen. Sie behaupten sich geküsst zu haben. Der Nelson-Chef meint, es sei mehr passiert.

Ein schwules Paar hat sich über das Nelson Pub in Zürich beschwert, weil Türsteher sie nach einem Kuss vor die Tür gestellt haben. Auf Facebook nimmt der Betrieb Stellung und weist die Vorwürfe zurück.

Vor 13'000 Zuschauern ging der US-Amerikaner Kory Kalnasy während dem Konzertauftritt von Adele im Zürcher Hallenstadion auf die Knie, um seinen dänischen Freund Martin Andersen um dessen Hand zu bitten. Adele persönlich hatte Kalnasy auf die Bühne geholt, um ihm zu helfen. Mit dem Antrag rührte der 23-Jährige nicht nur die Sängerin, sondern auch Tausende Fans zu Tränen. 

Während Adeles Konzert im Hallenstadion: Kory Kalnasy macht seinem Freund einen Heiratsantrag

Während Adeles Konzert im Hallenstadion: Kory Kalnasy macht seinem Freund einen Heiratsantrag

Im krassen Kontrast dazu steht das Erlebnis, welches ihnen am Wochenende in Zürich widerfuhr. Wie der "Blick" berichtet, wurden die beiden in der Nacht von Samstag auf Sonntag aus dem Nelson Pub geworfen. Der Grund: Sie gaben sich einen kurzen Schmatzer auf den Mund und plötzlich standen zwei grosse kräftige Türsteher vor ihnen. "Sie packten uns grob am Arm und zerrten uns nach draussen", schildert Kalnasy.

Die Türsteher seien sehr aggressiv gewesen und hätten auf ihre Frage, was sie verschuldet hatten, erst vor dem Lokal geantwortet: "Ihr wisst genau warum. Haltet die Klappe", zitiert der "Blick".

Nicht nur ein unschuldiger Kuss

Gemäss einer Freundin der beiden haben sich auch Hetero-Paare im Nelson Pub geküsst, was die Türsteher offensichtlich nicht störte. Für sie ist klar, dass sich die Aggression explizit gegen die beiden richtete, weil sie schwul sind. Ein Türsteher habe auf Anfrage von ihr erklärt, dass sein Chef keine Fummeleien im Club dulde und dass sie keine Schwulen-Lesben-Bar seien.

Das Nelson Pub hingegen dementiert auf Facebook, dass es sich nur um einen unschuldigen Kuss gehandelt hat. Gemäss dem betreffenden Türsteher seien sich die beiden Männer in einer Ecke des Lokals "auf eine physische Weise nähergekommen, wie wir dies auch bei heterosexuellen Paaren nicht akzeptieren".

Ausserdem habe der Türsteher das Paar nur nach draussen begleitet, um ihnen in Ruhe erklären zu können, dass ihr Verhalten in den Räumlichkeiten nicht geduldet werde. Dann aber sei das Gespräch zum Streit eskaliert - auch wegen der Emotionalität, welche die Thematik mit sich bringe, glauben die Veranstalter. "Wir unterscheiden Menschen und unsere Gäste niemals nach ihren sexuellen Vorlieben", schreiben sie abschliessend.

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