Bezirksgericht Zürich

Türsteher vor Gericht: War Schädel-Hirn-Trauma die Folge der Prügel?

Bezirksgericht Zürich.

Bezirksgericht Zürich.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft wollte einen 27-jährigen Türsteher wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt sehen, weil er einen Gast spitalreif geprügelt haben soll.

Nicht zu beweisen, hat jedoch am Dienstag das Bezirksgericht entschieden. Es verurteilte den Kosovaren nur zu einer bedingten Geldstrafe wegen Tragens verbotener Waffen.

Gemäss Anklage attackierte der Türsteher in der Nacht auf den 8. November 2014 einen Gast einer Langstrassen-Bar. Zuerst soll er zusammen mit einem zweiten Türsteher auf den Mann losgegangen sein, wobei ihm der andere Security-Angestellte Pfefferspray in die Augen gesprüht haben soll. Als der renitente Gast nach dem Auswaschen des Pfeffersprays zurückkehrte und die Türsteher weiter provozierte, wurde er vom Beschuldigten verprügelt.

Laut Staatsanwaltschaft rannten ihm die beiden Sicherheitsleute nach und attackierten ihn, als er nach etwa 70 Metern stürzte. Der Beschuldigte soll dem Gast dabei zweimal mit dem Fuss gegen den Kopf getreten haben. Die Polizei nahm den Türsteher fest. Elf Tage sass er in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft forderte wegen versuchter schwerer Körperverletzung und mehrfacher Zuwiderhandlung gegen das Waffengesetz eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Bei seiner Verhaftung hatte der Türsteher ein Schmetterlingsmesser und eine Elektroschockpistole bei sich.

Trauma nicht nachweislich von Fusstritten

Die Anklage hatte jedoch keinen Erfolg: Die Richter sahen nur die Waffendelikte als erwiesen an und verhängten eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 30 Franken. Für die versuchte schwere Körperverletzung gab es gemäss Gericht keine Beweise.

Es sei unklar, wo und wann sich das Opfer sein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen habe. Es sei möglich, dass es vom Sturz oder von zwei weiteren Schlägereien herrühre, in die der Gast kurz zuvor verwickelt gewesen sei. Die Schmerzensgeld-Forderung des Geschädigten in der Höhe von 1200 Franken wies das Gericht deshalb ab.

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