Grüningen

Trotz Vorbehalten soll es mit der Umfahrung von Grüningen vorangehen

Stedtli Grüningen.jpg

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Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) hat Vorbehalte gegen die geplante Umfahrung des historischen Ortskerns von Grüningen. Sie befürchtet erhebliche Eingriffe in das Erscheinungsbild. Trotzdem wird die Planung weitergeführt.

Der geschützte Ortskern von Grüningen ist vom Durchgangsverkehr stark belastet. Das beeinträchtige die Aufenthaltsqualität und gefährde die Substanz der historischen Bauten, heisst es in einer Mitteilung der Volkswirtschaftsdirektion vom Dienstag. Zudem sei eine sichere Verbindung für die Fussgänger nicht möglich.

Nach einer Zweckmässigkeitsprüfung hatte der Regierungsrat 2012 entschieden, die Umfahrung des Ortskerns mit einer Brücke über das Aabachtobel voranzutreiben. Da jedoch der Standort der Brücke hohe gestalterische Anforderungen stellt, sollte ein Wettbewerb durchgeführt werden. Unter dieser Voraussetzung stimmte die kantonale Natur- und Heimatschutzkommission 2011 dem Vorhaben mit Auflagen zu.

Der Ortskern von Grüningen ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) enthalten und zusammen mit seiner Umgebung geschützt. Aus diesem Grunde liess die Volkswirtschaftsdirektion das Projekt von der ENHK beurteilen.
Mit ISOS nicht vereinbar

Die Kommission kommt in ihrem Gutachten zum Schluss, die Umfahrung beeinträchtige den bisher von Bauten praktisch frei gehaltenen Bereich des Grabens und die Fortsetzung des Plateaus der Stadtanlage südöstlich des Städtchens schwer. Tangiert werde zudem der kulturhistorisch wertvolle Friedhof, der teilweise der Strasse weichen müsste. Das Projekt widerspreche deshalb den Schutzzielen des ISOS.

Im Gegensatz zur Umfahrung von Eglisau beantrage die ENHK indessen nicht, auf das Vorhaben zu verzichten, heisst es in der Mitteilung der Volkswirtschaftsdirektion. Sie will deshalb die Planung weiter führen. Dabei würden die Beeinträchtigungen sorgsam beurteilt und die Schutzinteressen abgewogen. Eine neue Machbarkeitsstudie soll bis in eineinhalb Jahren vorliegen. (sda)

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