Es ist ein viel diskutiertes Thema, die Markierungssituation rund um die Untiefen beim sogenannten Stäfner Stein. Seit Ende 2015 ist die 100 mal 70 Meter grosse Untiefe vor dem Stäfner Ortsteil Kehlhof mit vier roten Bojen gekennzeichnet. Während die Bojen bei Tageslicht gut erkennbar sind, können sie nachts kaum ausgemacht werden. Schiffsführern wurde dies schon zum Verhängnis.

Die beiden Zürcher Kantonsräte Christian Hurter (SVP, Uetikon) und Peter Vollenweider (FDP, Stäfa) wollten diese Situation nicht mehr länger hinnehmen, weshalb sie sich mit einer Anfrage an den Regierungsrat gewendet haben. Darin wollten sie wissen, wie viele polizeilich bekannte Unfälle es in den letzten zehn Jahren an besagter Stelle gegeben hat und ob eine Beleuchtung in Planung sei.

Auf Hauptanliegen nicht eingegangen

Nun publiziert der Regierungsrat seine Antwort. Darin lässt er die beiden Kantonsräte wissen, dass keine Beleuchtung um den Stäfner Stein vorgesehen sei. Christian Hurter, der in seiner Freizeit ein passionierter Segler ist, zeigt sich enttäuscht ob dieser Antwort und findet, dass darin nicht richtig auf das eigentliche Problem eingegangen wird. «Unser Hauptanliegen war die Gefahr der Untiefen bei Nacht. Dazu wird aber nicht wirklich Stellung genommen», sagt er.

Seine Antwort stützt der Regierungsrat auf vier Argumente: Die bisherige Signalisierung mit den Bojen sei ausreichend, die Zahl der Unfälle sei überschaubar, die Kosten für eine Beleuchtung wären zu hoch und die Unfälle seien praktisch immer auf ein Fehlverhalten des Schiffkapitäns zurückzuführen.

Mehr Vorfälle als gemeldet

Für Hurter macht es sich der Regierungsrat damit zu leicht. «Speziell die Sache mit den Unfällen ist ein Trugschluss, denn es gab weit mehr Vorfälle als die gemeldeten.» Gemäss Regierungsrat waren es in den vergangenen zehn Jahren zwei Unfälle mit einem Sachschaden von 100 000 respektive 10 000 Franken. Die Aussage, dass es immer das Fehlverhalten des Schiffführers war, das zum Unfall führte, findet Hurter ungenügend. «Immer, wenn ein Schiff auf eine bekannte Untiefe stösst, ist dies ein Fehler des Kapitäns.» Doch eben dieses Fehlverhalten könnte durch eine Beleuchtung verhindert werden.

Eine Beleuchtung, welche die bisherige Markierung nicht ersetzen, sondern ergänzen und in der Nacht sichtbar machen soll. «Mit der Aussage, die momentane Signalisierung sei ausreichend, geht der Regierungsrat überhaupt nicht auf das von uns angesprochene Nachtproblem ein», sagt Hurter.

Weitere Vorstösse möglich

Gemäss Hurter haben sich bereits Leute, welche von der Anfrage gehört haben, gemeldet und ebenfalls ihr Unverständnis über die Antwort des Regierungsrats ausgedrückt. Auf die Frage, ob nun mit weiteren Massnahmen seinerseits zu rechnen sei, antwortet der SVP-Kantonsrat: «Ich werde mir weitere Vorstösse vorbehalten.»