Die Spitex pflegt und betreut ältere und kranke Menschen zu Hause, packt im Haushalt mit an und liefert Mahlzeiten. Ohne die Hilfe der Spitex könnten viele Klienten ihren Alltag zu Hause nicht mehr bewältigen und müssten in ein Altersheim oder eine andere Institution zügeln.

Über 40 000 Personen im Kanton Zürich beanspruchen die Dienstleistungen einer Spitex-Organisation. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören Pflege sowie hauswirtschaftliche und sozialbetreuerische Leistungen. Die Nachfrage nach Spitexleistungen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Gemäss der Spitex-Statistik des Bundesamtes für Statistik gab es 2011 im Kanton Zürich rund 38 500 Klientinnen und Klienten. 2015 waren es bereits rund 41 800 (+8,6 Prozent). «Ein Grund dafür ist, dass ältere Leute heute länger als früher zu Hause bleiben. Gleichzeitig ist der Anteil der älteren Leute an der Bevölkerung gestiegen», sagt Erich Pfäffli, Präsident des Spitex Verband Kanton Zürich, dem Dachverband der 84 gemeinnützigen Spitex-Organisationen im Kanton. Der Verband feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen.

Anspruchsvoller als früher

Langfristig betrachtet ist die Bedeutung der Spitex laut Pfäffli stark gestiegen. «In den Neunzigerjahren bestanden die Aufgaben der Spitex vor allem aus Hauswirtschaft und etwas Pflege. Heute ist das Leistungsspektrum viel grösser und die Aufgaben sind anspruchsvoller geworden.» So werden heute beispielsweise vermehrt auch schwierige Pflegeleistungen erbracht, beispielsweise für Krebspatienten, für Leute mit psychischen Erkrankungen, für Menschen mit palliativer Diagnose sowie Kinder mit ernsthaften Erkrankungen.

Dementsprechend werden auch immer mehr gut qualifizierte Angestellte benötigt – die nicht einfach zu finden sind. «Es besteht tatsächlich ein gewisser Personalmangel, der regional aber unterschiedlich stark ausgeprägt ist», sagt Pfäffli. Der Verband ermuntere die einzelnen Spitexorganisationen deshalb schon länger dazu, auch selber Fachkräfte auszubilden. «Voraussichtlich ab 2019 werden sie das sowieso tun müssen. Für die Spitexorganisationen ist die Einführung einer Ausbildungsverpflichtung vorgesehen, ähnlich wie es sie für Spitäler bereits seit einiger Zeit gibt.» Abhängig von der Grösse der Organisation muss dann eine bestimmte Ausbildungsleistung erbracht werden.

Eine besondere Herausforderung für die Spitex sind Klienten, die unter Demenz leiden. Laut Pfäffli sei es gerade in solchen Fällen wichtig, das gesamte Umfeld der Betroffenen zu betrachten. «Sind Angehörige oder Nachbarn da, die ebenfalls bei der Betreuung mithelfen? Kann der Betroffene zum Beispiel noch richtig kommunizieren und sich selbstständig ausser Haus begeben?»

Auch Mischformen von stationärer und ambulanter Betreuung sind für Pfäffli denkbar. «In einigen Fällen wäre es sicher hilfreich, wenn ein Patient eine Zeit lang stationär betreut werden könnte, damit sich beispielsweise pflegende Angehörige erholen können.»

Tarife sollen angepasst werden

Ein Dauerthema für die Spitex ist die Finanzierung. Seit der Kanton 2011 die Beiträge an die Spitex eingestellt hat, sind die Gemeinden dafür zuständig. Diese schliessen Leistungsvereinbarungen mit den einzelnen Spitexorganisationen ab. Ein Teil der Leistungen bezahlt der Patient, ein Teil übernimmt die Krankenversicherung. Die nicht gedeckten Betriebskosten bezahlt die Gemeinde. Bei den Gemeinden mache sich der zunehmende Kostendruck bemerkbar, sagt Pfäffli. Die Spitexorganisationen müssten deshalb immer effizienter werden. «Bei den Krankenversicherungen gelten seit Jahren dieselben Tarife. Das muss sicher wieder einmal angepasst werden.»