Wildtiere wie die Wildschweine, die im Kanton in Rotten herumstreifen, können Schäden anrichten. Seit zehn Jahren wird deshalb eine «Schwarzwild-Bejagungsstrategie» umgesetzt; «dank intensiver und konsequenter Bejagung konnten die Wildschweinbestände stabilisiert und damit die Wildschäden in den Kulturen tragbar gehalten werden», hält die Regierung fest.

Diesen Erfolg sieht EDU-Kantonsrat Hans Egli (Steinmaur) gefährdet. Die Sanktionen bei Fehlschüssen «wurden unnötigerweise verschärft», schrieb er in einer Anfrage vor mehreren Monaten. Erwachsene Muttertiere, die Junge haben, dürfen nicht geschossen werden. Das ist nicht neu, «führende Bachen» sind schon lange aus wildbiologischen, tierschützerischen und jagdethischen Gründen geschützt.

Früher hiess es aber, «der Abschuss von erkennbar führenden Bachen» sei verboten. Seit Juli 2013 lautet die Formulierung nun: «Der Abschuss von führenden Bachen, auch wenn sie nicht in Begleitung ihrer Frischlinge sind, ist nicht erlaubt.»

Da sei die Gefahr eines Fehlabschusses gross, da insbesondere in der Dämmerung für den Jäger nicht ersichtlich sei, ob ein allein auftauchendes Tier nun «ein laktierendes Gesäuge» habe oder nicht, sagte Egli. Das verunsichere die Jäger, die deswegen am Ende noch auf die Jagd verzichten würden.

Die neuen Bestimmungen könnten nicht als «problematisch» bezeichnet werden, hält der Regierungsrat nun in seiner Antwort fest. Ein Muttertier bleibe ein Muttertier, ob nun das Junge dabei sei oder nicht. Es müsse geschützt sein. Das «sichere Ansprechen von führenden Wildschweinen ist schwierig», gibt die Regierung zu. Aber das war früher auch schon so. Deshalb könne es unter gewissen Umständen zu Fehlabschüssen kommen.

Doch Fehlabschüsse würden geprüft, hält die Regierung fest. Und in den allermeisten Fällen werden sie als Bagatellfälle eingestuft, der Jäger wird nicht weiter belangt. Im vergangenen Jahr wurde lediglich zweimal eine Person wegen eines grobfahrlässigen Vorfalls verzeigt. 2012 wurden fünf Fälle verzeichnet. Jährlich werden auf Kantonsgebiet zwischen 400 und 1300 Wildschweine geschossen. 50 bis 150 sterben zudem eines natürlichen Todes oder verlieren ihr Leben bei einem Verkehrsunfall.